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Das wäre keine harte Nuss, obwohl die Perspektive ungewöhnlich ist: ein Blick auf das Dominikanerkloster mit Hochhäusern bei Regen.

Literaturtipp

Neues Rätselbuch zu Frankfurt

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Ein neues Buch gibt selbst Frankfurt-Kenner:innen einige harte Nüsse auf - dabei haben es zwei Ortsfremde zusammengestellt.

Das ist schon das erste Rätsel: Ein neues Knobelbuch über Frankfurt, das mit ziemlicher Sicherheit auch Kenner:innen einige sehr schwere und auch witzige Aufgaben vorsetzt, stammt ausgerechnet von einem Autorengespann, das gar nicht im Rhein-Main-Gebiet lebt. Ursula Herrmann und Wolfgang Berke kennen sich noch aus Kindertagen in der Ruhrgebietsstadt Wanne-Eikel, die längst zu Herne gehört. Herrmann wohnt heute im hohen Norden, Berke immer noch im Pott.

Als die beiden vom hessischen Wartberg-Verlag die Anfrage bekamen, „Frankfurt am Main. Das Rätselbuch“ zu verfassen, zögerten sie trotzdem nicht: Beide haben viele Freunde im Rhein-Main-Gebiet, die in den vergangenen Monaten deshalb immer wieder als Rätselfüchse eingespannt wurden. „Das ist nicht nur aus der Ferne recherchiert“, sagte Berke.

Auch kein typisches Bild: bei Sonnenschein und mit freilaufenden Hühnern von Oberrad aus.

Weitere Netzwerke andernorts halfen ihnen für Rätselbücher über Hamburg, das Ruhrgebiet und München, die gleichzeitig erschienen sind. „Berlin, Köln und Wien würden wir uns auch noch zutrauen, dahin haben wir auch gute Beziehungen“, sagt er. Manches für Ortsfremde Unauffällige wäre für die Einheimischen ein Fauxpas, wie Berke beschreibt. In München etwa sei es ganz unmöglich, von der „Weißwurst mit Senf“ zu reden, meint er. Der Senf zur Wurst sei nämlich so selbstverständlich, dass kein Münchner, keine Münchnerin ihn eigens erwähne – und die Unkundigen blamieren sich, wenn sie danach fragen oder es gar aufschreiben.

„Ich habe die Frankfurter Freunde gebeten, noch mal gründlich über unser Buch drüberzuschauen, vor allem beim Hessischen, ob das wirklich korrekt ist. Trotzdem ist mir ein Fehler durchgegangen“, ärgert sich Berke. Das Baujahr des Commerzbank-Turms stimmt nicht. „Und das, obwohl ich alle Angaben mehrfach in der Fachliteratur überprüft hatte. Vermutlich haben sie alle voneinander abgeschrieben.“ Immerhin sehr tröstlich: Lösbar bleibt das Rätsel, eines von 21 in dem Buch, trotzdem. „In der nächsten Auflage werden wir das natürlich verbessern.“

Touristen verbinden mit Frankfurt oft nur die Skyline.

Die beiden Autoren haben sich die Aufgaben aufgeteilt. Herrmann hat vor allem Silben- und Kreuzworträtsel gebastelt, Berke sich Fragen zu Kultur, Sport, Geschichte und eben auch der Skyline ausgedacht. „Es ist alles Handarbeit, auch die Kreuzworträtsel“, sagt er. Das sei inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr. Herrmann hat sich auch da von zum Rhein-Main-Gebiet passenden Themen wie der Dippemess oder den Banken inspirieren lassen.

Frankfurt ist für Außenstehende oft nur ein Klischee: Verbrechen, Skyline, Flughafen. Und das war’s dann schon. Dass diese Stadt auch ein großes Rätsel sein kann, übersehen die Tagestouristen in der Regel – darüber zerbrechen sich eher die zahlreichen Zugereisten die Köpfe.

Eintracht-Begeisterung haushoch im Stadtteil Bockenheim.

Herrmann und Berke mögen die Stadt und ihre Bewohner. „Die Frankfurterinnen und Frankfurter, die ich kenne, haben eine sehr offene, herzliche Art. Ich bin immer wieder gerne hier und freue mich auch jedes Mal, wenn ich die Skyline wiedersehe“, sagt der Rätselautor, ein gelernter Journalist.

Doch auch Berke muss zugeben, dass ihm einiges rätselhaft bleibt in dieser Region, neben der Apfelweinkultur. „Der Fußball ist so ein Bereich, in dem wir uns beide nicht auskennen, da musste mir ein eingefleischter Fan helfen.“ Der hat dann aber auch nicht nur die Eintracht gewürdigt, sondern auch Kickers Offenbach und Mainz 05.

Antikes und Kurioses in der Höhenstraße.

Ohne solche Helferinnen und Helfer scheint ein solches Buch kaum möglich. „Ich glaube, für ganz Außenstehende wäre es doch sehr schwierig. Die grundsätzliche Frage ist ja: Was ist hier außer den Hochhäusern noch relevant? Da wäre der Rechercheaufwand sicher zu groß“, vermutet Berke.

Alle Fragen im Buch zu beantworten werden wohl nicht einmal echte Frankfurt-Profis schaffen, die Themenbereiche sind schließlich sehr weit gefächert. Da bietet es sich an, manches Rätsel im Team zu lösen. So kamen auch die Autoren zum Thema: Einige Jahre lang haben sie im Ruhrgebiet mit Rätselshows ganze Säle gefüllt. „Da hatten wir immer ein ausverkauftes Haus“, erinnert sich Berke. „Und da hat dann auch mal der Oberbürgermeister mitgeraten.“

Die Paulskirche – Frankfurts berühmtestes Bauwerk?

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