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Auch Amphoren lieferten neue Erkenntnisse über die Kelten von der Donau.

Sonderausstellung

Neues von den Kelten

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Das archäologisches Museum zeigt Funde von Main und Donau.

Ein bisschen labyrinthartig ist die Gestaltung der neuen Sonderausstellung im Archäologischen Museum. Hohe Wände trennen die Exponate vom Rest des Hauses, immer wieder gehen einzelne Räume ab und präsentieren einen anderen Zeitabschnitt. Geeint wird das Ganze durch die Thematik: Kelten an der Donau. Und am Ende gibt es auch einen Einblick in die Keltenzeit im Rhein-Main-Gebiet.

Den Besuchern werden dabei neue Erkenntnisse über die Zeiten vor unserer Zeitrechnung präsentiert. 2008 wurden bei Arbeiten am Burgberg von Bratislava in der Slowakei Reste von Fußböden und Mauern gefunden. Erst später erkannten Archäologen, dass es sich dabei um Überreste von römischen Bauwerken aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts vor unserer Zeit handeln müsse. Das Kuriose daran war, dass die Römer zu dieser Zeit noch gar nicht an der Donau siedelten. Die Kelten müssten demnach schon vor der römischen Okkupation Beziehungen zu den Römern gehabt haben.

Ein weiterer bedeutender Fund waren Goldmünzen, auf denen Schriftzeichen standen. „Sie sind der älteste Nachweis für Schriftgebrauch nördlich der Donau“, sagt Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums. Auf den Münzen standen beispielsweise die Begriffe Biatec und Nonnos. Beides sind Namen von Herrschern und finden sich auch im Namen der Ausstellung wieder. Die Fundstücke aus Bratislava, die es nun in Frankfurt zu sehen gibt, wurden noch um Stücke aus der Hallstattzeit und von den Germanen ergänzt.

Damit die zweisprachige Sonderausstellung (deutsch und englisch) genügend Platz hat, wurden Teile der Dauerausstellung abgebaut. In der Mitte der Ausstellungsgänge gibt es eine Projektion des Donaudeltas zu sehen. Ein Beamer verdeutlicht die geografische Lage der Fundorte und stellt die Herrschaftssituation zur damaligen Zeit dar.

Bemerkenswert sind die Möglichkeiten für Kinder. Auf Augenhöhe können sie ein Magnetpuzzle lösen oder können Knöpfe drücken, um den Verlauf der Donau kennenzulernen. Das Museum habe bewusst auf analoge Angebote gesetzt, um den Kindern etwas Haptisches zu bieten, erläutert Direktor Wolfgang David.

Immer wieder wird in der Schau verdeutlicht, dass die Kelten im Osten in handwerklichen Dingen weiter waren als ihre Zeitgenossen an Main und Rhein. Verzierte Amphoren, Schrift und Schmuck zeugen davon.

Doch gibt die Ausstellung auch neue Einblicke auf die hiesigen Kelten. So sind alle 347 Silbermünzen aus dem Heidetränk-Oppidum bei Oberursel zu sehen, die sonst zur Hälfte in München ausgestellt sind. Die Quinare wurden überprägt und weisen noch Motivreste ihrer ursprünglichen Prägung auf. Zudem sind Funde aus dem Fechenheimer Frauengrab zu sehen, das in der Nähe des Osthafens entdeckt wurde.

Öffnungszeiten

Die Schau „Biatec. Nonnos. Kelten an der mittleren Donau. Archäologische Neuentdeckungen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava“ ist bis zum 1. Dezember zu sehen.
Das Archäologische Museum , Karmelitergasse 1, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Mittwoch bis 20 Uhr.
Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Bis 18 Jahre freier Eintritt. Infos unter www.archaeologisches-museum-frankfurt.de. (mic)

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