Eine Mönchsgrasmücke im Nordpark Bonames – sie heißt so, wirkt und singt aber wie ein Vogel.
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Eine Mönchsgrasmücke im Nordpark Bonames – sie heißt so, wirkt und singt aber wie ein Vogel.

Aktionen

Neues aus der Frankfurter Wildnis

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Ausflüge in die Stadtnatur und ein Bildwettbewerb: Alle sind zum Projekt „Städte wagen Wildnis“ eingeladen.

Für Kinder, aber auch für Erwachsene gibt es jetzt was zu lernen und zu gewinnen: mit der Wildnis. Im Juni ist es vier Jahre her, dass Frankfurt ins Projekt „Städte wagen Wildnis“ eingestiegen ist, im Trio gemeinsam mit Hannover und Dessau-Roßlau. Seither dürfen 15 Hektar am Monte Scherbelino in Sachsenhausen und sieben Hektar im Bonameser Nordpark verwildern – unter wissenschaftlicher Beobachtung wohlgemerkt.

Und wie wild ist es, ein Jahr vor dem Ende des auf fünf Jahre angelegten Projekts? Am Monte kann die interessierte Öffentlichkeit nicht einfach gucken gehen, der ist als ehemalige Mülldeponie noch immer gesperrt. Die Forscher beobachten aber, wie sich Pflanzen und Tiere ansiedeln, die es unter normalen Umständen eher nicht gewagt hätten. Der Flussregenpfeifer etwa. Andererseits lässt der sich genau auf den schroffen Flächen nieder, die der Mensch einst mit seinen Maschinen rodete. Die Wildnis macht eben, was sie will, wenn wir sie lassen. Im Nordpark, wo jede und jeder gucken gehen kann, herrscht zurzeit ein überwältigendes Vogelkonzert. Es ist wie im Urwald – akustisch. Abgesehen davon lässt sich sagen: Allzu wild ist es nicht. Keine Wölfe, keine Tiger, keine Bären. Und auch keine Dinosaurier.

Aber es geht ja auch vor allem um Aufklärung, um Informationen darüber, wie sich gesunde Stadtnatur erhalten und vielleicht wieder erweitern lässt. Bund, Länder und Gemeinden wollen dem Wald und den Wiesen Flächen zurückgeben, wenn auch nicht so üppig, wie sich das die Naturverbände wünschen würden. Um die Bevölkerung einzubinden, hat sich das Frankfurter Projektteam – das Netzwerk „BioFrankfurt“, die Senckenberg-Naturforscher und das Umweltamt – etwas einfallen lassen: eine „Expedition in die Stadtwildnis“.

Foto- und Malwettbewerb

So heißt ein 28-seitiges Heft über die urbane Natur. Darin lässt sich lernen, dass Menschen für die hier lebenden Tiere ganz normal sind – aber vor lärmenden Menschen nehmen sie doch lieber Reißaus. Und: Wenn wir Tiere anstarren, mögen sie das auch nicht, denn: „So verhalten sich sonst nur Beutegreifer bei der Jagd!“.

In dem Heft gibt es viele Anregungen zum Spielen, Werkeln und Forschen in der städtischen Wildnis. Es ist schön illustriert – und es lässt sich auch aus dem Internet herunterladen unter: www.staedte-wagen-wildnis.de/ mitmachen. Eine gute Grundlage für Unternehmungen, gerade in dieser Zeit der beschränkten Kontakte.

Dafür eignet sich auch eine weitere Aktion des Städte-wagen-Wildnis-Teams: ein Foto- und Malwettbewerb. Draußen summt und brummt es, allen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. „Ihr habt Lust auf Natur und seid außerdem auch gerne künstlerisch aktiv?“, heißt es im Aufruf. „Dann haben wir was für euch.“ Bis zum 31. Juli können Naturbegeisterte in jedem Alter ihre gemalten oder fotografierten Eindrücke aus ihrer liebsten Stadtwildnis einreichen und jede Woche Sachpreise gewinnen oder Gutscheine für Workshops, Führungen und Aktionen in der Stadtwildnis, wenn die Corona-Krise überstanden ist. Alles Wissenswerte zum Bildwettbewerb gibt es ebenfalls unter www.staedte-wagen-wildnis.de. Und damit heißt es jetzt nur noch: mitmachen.

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