Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Rundung der Gebäudeecke ist ein Stilmerkmal des Neuen Frankfurt, hier in der Straße Im Burgfeld in der Römerstadt.  Rolf OEser
+
Die Rundung der Gebäudeecke ist ein Stilmerkmal des Neuen Frankfurt, hier in der Straße Im Burgfeld in der Römerstadt.

Gesamtkonzept

Neues Frankfurt soll Welterbe werden

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
    schließen

Die Stadt will die klassische moderne Architektur des Neuen Frankfurt zum Welterbe machen. Das Land zeigt sich willens, das Projekt zu nominieren.

Die klassische moderne Architektur des Neuen Frankfurt soll Welterbe werden. Wie der Magistrat mitteilte, bereitet die Projektgruppe Neues Frankfurt, angesiedelt im Planungs- und Kulturdezernat, ein Gesamtkonzept vor. Das Land kann zwei Kultur- und Naturdenkmäler aus Hessen für die sogenannte Tentativliste nominieren – das ist die nationale Vorschlagsliste zur Aufnahme in das Unesco-Welterbe. Das Land Hessen habe in Aussicht gestellt, dass eine Aufnahme des Neuen Frankfurt auf die hessische Tentativliste denkbar sei, teilte der Magistrat mit. Voraussetzung sei ein schlüssiges Gesamtkonzept.

In die Konzeptarbeit eingebunden sind das Stadtplanungsamt, die Bauaufsicht, das Denkmalamt, das Deutsche Architekturmuseum, das Historische Museum, das Museum Angewandte Kunst, das Institut für Stadtgeschichte, die Ernst-May-Gesellschaft/Forum Neues Frankfurt, die Martin-Elsaesser-Stiftung, die Denkmalpflegeorganisation Icomos, der Deutsche Werkbund und weitere Fachleute.

Bereits 2013 hatte die Stadt versucht, das Neue Frankfurt auf die Tentativliste setzen zu lassen. Damals gab das Land anderen Projekten den Vorzug. Auf der aktuellen Liste steht schon die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt.

Die klassische moderne Architektur des Neuen Frankfurt gilt neben dem Bauhaus als eine der wichtigsten gestalterischen Strömungen im 20. Jahrhundert. Unter Stadtbaurat Ernst May und zahlreichen Architekt:innen und Designer:innen entstanden in Frankfurt von Mitte bis Ende der 1920er Jahre zahlreiche Siedlungen mit rund 12 000 Wohnungen.

Dazu zählen die Siedlungen in Niederrad, Praunheim, Westhausen, Bornheim, Sachsenhausen und im Gallus. Hinzu kamen weitere Projekte wie die Großmarkthalle, das Gesellschaftshaus des Palmengartens, die Charles-Hallgarten-Schule.

Alles sehr praktisch in der Frankfurter Küche.

Architektonisch zeichnet sich das Neue Frankfurt durch ein minimalistisches und funktionales Design sowie gestalterische Exaktheit aus. Berühmt wurde die Frankfurter Küche, eine frühe Form der Einbauküche, entworfen von Margarete Schütte-Lihotzky. Die Frankfurter Küche wurde in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York und des Victoria and Albert Museum in London aufgenommen.

Stilprägend für das Neue Frankfurt ist auch das klare Design unter anderem von Türklinken, Telefonen, typisierten Schrebergartenhäuschen sowie die Urform der Futura-Schrift.

Die meisten Gebäude des Neuen Frankfurt sind im Eigentum des städtischen Wohnungsunternehmens ABG Holding. Wie der Magistrat einräumte, hat sich das Erscheinungsbild der Siedlungen durch Modernisierungen und Instandsetzungen verändert. „Baukulturellen Besonderheiten und bauzeitlichen Freiraumstrukturen wurde häufig nicht in ausreichendem Maße Rechnung getragen“, heißt es selbstkritisch. Das habe „gestalterische Einbußen“ zur Folge gehabt.

Für eine denkmalgerechte Sanierung will die Stadt Gestaltungshandbücher herausgeben. Für die Siedlungen Römerstadt und Riederwald-Ost wurden demnach Gutachten erarbeitet, für die Heimatsiedlung sei eines in Vorbereitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare