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Der Kampfsportler Mohammed Talbi in seiner Akademie.

Frankfurt-Fechenheim

Neuer Weltrekord in Arbeit

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Mohammed Talbi möchte einen eigenwilligen neuen Weltrekord in der Schwertkunst aufstellen. Fünf Bambusstäbe, fünf brennende Strohbündel und fünf Ananas will der 55-Jährige am Samstag, 3. Oktober, mit dem Schwert in einem Rutsch zerschlagen.

Einer müsse verrückt sein, sagt Mohammed Talbi, er übernehme das gerne. Rund zehn Jahre lang arbeitete er an einer eigenen Kampfsportart, der arabischen Schwertkunst. Vergangenes Jahr erhielt er das Patent, nun will er für den Sport werben: mit einem Weltrekordversuch.

Fünf Bambusstäbe, fünf brennende Strohbündel und fünf Ananas will der 55-Jährige am Samstag, 3. Oktober, mit dem Schwert in einem Rutsch zerschlagen. In drei verschiedenen Höhen. Gab es schon mal? Nicht im Hängen, sagt Talbi. Bislang wurden die Gegenstände vorher fixiert. „Bei mir kommt als Herausforderung die Schwerkraft hinzu – und, dass ich schnell genug sein muss, damit nicht ein Gegenstand den dahinterhängenden wegdrückt.“

Um Schnelligkeit und Präzision gehe es, auch um Physik und Reaktion. „Ich will zeigen, dass man nicht immer das Gleiche machen muss, sondern auch neue Formen dazukommen können“, sagt er, „um die Altmeister zu überzeugen, versuche ich, die Höhepunkte ihrer Kunst mit meinem Sport zu überbieten.“ So wolle er Sportler animieren, zusammenzuarbeiten, um sich zu ergänzen.

Mohammed Talbi stammt aus Marokko. Mit vier Jahren begann er mit dem Kampfsport, er probierte Disziplinen wie Karate, Aikido und Kickboxen aus und trat für das marokkanische Nationalteam an. Mit 17 Jahren zog er ins Kloster nach Japan, wo er die japanische Schwertkunst erlernte. Es folgten fünf Karate-Weltmeistertitel. Über die USA kam er schließlich nach Deutschland. Seit 2006 betreibt er eine Sportschule in einem Keller an der Wächtersbacher Straße in einem Industriegebäude.

Eigenes Trainingsprogramm erarbeitet

Als seine Wettkampfkarriere altersbedingt vorbei war, stellte er acht Weltrekorde im Zertrümmern von Betonplatten auf. „Andere Männer bauen ein Haus, du zerstörst sie“, habe seine Frau scherzend zu ihm gesagt. Talbi schrieb seine Biografie, aber da war noch mehr, sagt er, „es kribbelte“.

Im Gegensatz zur japanischen sei die arabische Schwertkunst kaum erforscht. Zu seinem eigens angefertigten japanischen Schwert kam ein arabisches. Es ist schwerer und breiter und erinnert ein wenig an ein langes Piratenschwert. Talbi erarbeitete sein eigenes Lern-, Trainings- und Prüfungsprogramm, das er nun an Kinder und Jugendliche weitergibt. Außerdem bildet er Trainer aus. „Ich will zeigen, was machbar ist“, sagt der 55-Jährige.

Im arabischen Schwertkampf gehe es vor allem um fließende Bewegungen, sagt Talbi. Dabei orientiere er sich an den arabischen Buchstaben, auf deren Formen sein Programm basiert. Denkweisen und damit auch Bewegungen seien im Arabischen durch das Lesen von rechts nach links anders als bei lateinischen Sprachen. „Das wollte ich in den Sport mit einbringen“, sagt Talbi.

Die Vorbereitung für den Versuch ist recht theoretisch. Akribisch hat der Sportler berechnet, wie und wie schnell er schlagen muss, um erfolgreich zu sein. Außerdem trainiert er Schnelligkeit und Reaktion in seinen Kellerräumen – die einzelnen Elemente, auf die es am 3. Oktober ankommen wird. „Aber wenn ich es nicht schaffe, ist auch nicht schlimm. Vielleicht schafft es dann ein anderer“, sagt er und schaut in Richtung der trainierenden Kinder, die mit Holzschwertern auf Reifen schlagen.

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