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Fairtrade-Handel

Neuer Weltladen für Bockenheim

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Ab Ende Mai gibt es fair gehandelte Produkte an der Leipziger Straße. Neu ist die Geschäftsform als Betreiber-Genossenschaft.

Frankfurt bekommt einen weiteren Weltladen. Wie die katholische Stadtkirche am Montag mitteilte, soll das neue Geschäft seine fair gehandelten Produkte ab Ende Mai an der Leipziger Straße in Bockenheim anbieten und sucht dafür nun noch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Betreiber des neuen Weltladens ist die noch recht junge bundesweit agierende Genossenschaft „Weltladen-Betreiber“, die damit nun ihr erstes Geschäft eröffnet. Dass die Verbindungen zu bestehenden Weltläden in der Stadt eng sind, zeigt aber schon ein Blick auf den Vorstand der eingetragenen Genossenschaft: Die Vorsitzende Ursula Artmann leitet als Geschäftsführerin bereits seit Jahren den etablierten Weltladen Bornheim an der Berger Straße.

„Bundesweit lässt sich das Phänomen beobachten, dass Weltläden ein Personalproblem haben“, erläutert Artmann, warum sich Menschen aus der Szene zusammenschlossen, um die Betreiber-Genossenschaft zu gründen. Es sei schwieriger geworden, Leute zu finden, die bereit sind, nicht nur ehrenamtlich im Verkauf zu helfen, sondern auch die finanzielle Verantwortung für den Betrieb eines Weltladens zu übernehmen. 

Häufig Vereine mit engagierten Bürgern 

Bei den seit den 70er Jahren in Deutschland entstandenen Weltläden handele es sich traditionell um Einzelgründungen engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür oft in Vereinen oder wie im Bornheimer Fall in einer GmbH zusammenschlossen, so Artmann. Schieden die Engagierten aus den Gründungsjahren aus, stehe oftmals die Existenz eines Weltladens auf dem Spiel. Die Genossenschaft solle helfen, bestehende Geschäfte zu übernehmen oder Neugründungen, wie nun in Frankfurt, zu ermöglichen.

Dass es in der Stadt neben den bestehenden Weltläden in Bornheim, Seckbach, Westend, der Innenstadt und dem Laden der Ernst-Reuter-Schule II in Niederursel noch Bedarf an einem weiteren Geschäft mit fair und nachhaltig gehandelten Produkten aus Ländern des globalen Südens gibt, davon ist Ursula Artmann überzeugt. Die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Palette an Fairtrade-Lebensmitteln in Bio- und Supermärkten sieht sie jedenfalls nicht als Beleg dafür, dass das Konzept der Weltläden überflüssig geworden wäre.

„Es stimmt, fair gehandelten Kaffee kann man mittlerweile auch im Supermarkt kaufen, aber wir sind ja viel breiter aufgestellt. Es geht schon längst nicht mehr nur um Tee oder Honig“, sagt Artmann. So umfasse das Sortiment auch Textilien und Kosmetik, Kunsthandwerk, Einrichtungs- und Geschenkartikel. „Der große Unterschied ist, dass wir uns als Fachgeschäfte des fairen Handels verstehen“, so Artmann. Kundinnen und Kunden werde es hier ermöglicht, Produktionsbedingungen und Lieferketten transparent nachzuvollziehen. 

Gute Lage für anvisiertes Publikum  

Das Ladengeschäft an der Leipziger Straße 29 sei ein echter Glücksfall und von der Lage her ideal für die angestrebte Kundschaft, die in ihrem Konsumverhalten hohe soziale und ökologische Ansprüche an Herstellung und Vertrieb stellt. Aktuell werden die rund 60 Quadratmeter Verkaufsfläche noch renoviert - am 26. Mai soll dann die Eröffnung mit einem Fest gefeiert werden.

Interessierte an einem Ehrenamt im neuen Weltladen können zu Informationsveranstaltungen am Mittwoch, 21. März, oder am Dienstag, 27. März, jeweils von 17.30 bis 18.30 Uhr ins Social Impact Lab, Falkstraße 5, kommen. Informationen zur Genossenschaft unter www.weltladen-betreiber.de

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