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In Frankfurt lag die Quote von 4,8 Prozent zwar über dem Landesdurchschnitt.

Arbeitsmarkt

Neuer Tiefststand in Frankfurt

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Die Erwerbslosenquote ist in der Mainmetropole mit 4,8 Prozent so niedrig wie noch nie zuvor. Auch landesweit bleibt die Entwicklung weiter positiv.

Obwohl die Meldungen über Insolvenzen und Stellenabbau zunehmen, bleibt der Arbeitsmarkt „unverändert stabil“, so der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit, Frank Martin am Montag. Wie allgemein üblich, nahm die Zahl der Erwerbslosen nach den Sommerferien im September ab. Gemeldet sind derzeit in Hessen 146 750 Menschen, die einen Job suchen – das sind 5660 Personen weniger als noch Ende August. Auch für die kommenden Monate erwartet Frank einen „widerstandsfähigen Arbeitsmarkt“.

Bedingt durch den Beginn des Ausbildungsjahres nahm die Erwerbslosigkeit vor allem bei jungen Menschen unter 25 Jahren ab. Aber auch bei anderen Personengruppen, etwa den Menschen ab 50 oder den Langzeitarbeitslosen wurde ein Rückgang verzeichnet. Die Arbeitslosenquote sank landesweit auf 4,3 Prozent und erreichte damit den tiefsten Stand in einem September seit 1992.

In Frankfurt lag die Quote von 4,8 Prozent zwar über dem Landesdurchschnitt. Dennoch handelt es sich um den niedrigsten Wert, der in der Stadt am Main jemals registriert wurde. Insgesamt waren knapp weniger als 20 000 Menschen arbeitslos. Diese Zahl ist nach Einschätzung der Frankfurter Agentur für Arbeit umso erstaunlicher, als in den vergangenen rund 20 Jahren die Bevölkerung um 16 Prozent zugenommen habe.

Um dem Strukturwandel in der Arbeitswelt zu begegnen, werben die Experten für eine verstärkte Qualifizierung der Arbeitnehmer. „Wir beraten und fördern die Weiterbildung im Betrieb, damit Beschäftigte auf dem neuesten Wissensstand bleiben und Arbeitslosigkeit im Idealfall erst gar nicht eintritt“, so Martin. An offenen Stellen waren Ende September in Hessen 56 100 Positionen im Angebot – über 10 000 davon in Frankfurt.

Die Leiterin der Frankfurter Arbeitsagentur, Stephanie Krömer, forderte die Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, auf, sich nach Alternativen zum eigentlichen Wunschberuf umzusehen. Berufe aus dem Handwerk hätten sich in den letzten Jahren „stark verändert“ und könnten „spannende Möglichkeiten“ bieten, sagte Stephanie Krömer.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände kritisierte am Montag, dass viele Arbeitslose „in Wirklichkeit zu krank sind, um zu arbeiten“. Sie seien in den Jobcentern „am falschen Ort und in einem gefährlichen toten Winkel“, weil sie nicht vermittelt werden könnten und oft nicht die erforderliche Hilfe zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erhalten würden, so die Unternehmer-Vereinigung.

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