Bürger unterschreiben in Oberursel für eine Petition gegen den neuen Stadtteil.

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Neuer Stadtteil: Noch keine Jubelstimmung

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Politiker und Bürger aus dem Taunus leisten schon lange Widerstand gegen eine Bebauung westlich der Autobahn 5.

Seit geraumer Zeit setzen sich Bürger und Politiker aus dem Taunus dafür ein, die Pläne der Stadt Frankfurt für ein neues Wohnquartier spätestens an der A5 zu stoppen. Die Vorstellung eines neuen Stadtteils, der über die Autobahn hinweg bis an die Grenzen von Steinbach und Oberursel heranrückt, hat nicht nur in diesen beiden Städten für großen Unmut gesorgt.

Noch sei das Ziel nicht endgültig erreicht, sagt Steinbachs Bürgermeister Steffen Bonk (CDU). Doch in den vergangenen Wochen war seine Hoffnung bereits gestiegen, dass der Widerstand aus dem Taunus Wirkung zeigen würde. Dafür hatte vor allem die Nachricht gesorgt, dass seine Parteifreunde in der Regionalversammlung sich gegen das Vorhaben aussprechen wollen. „Die kommunale Familie steht zusammen“, freut sich Bonk. Allerdings will er noch keine Jubelstimmung verbreiten. Frankfurt werde weiter versuchen, seine Interessen durchzusetzen, erwartet Bonk.

„Wir bleiben wachsam und am Ball“, teilt auch die Initiative „Heimatboden vor Frankfurt“ mit, die im September 3500 Mitstreiter für eine Menschenkette gegen den neuen Stadtteil mobilisiert hatte. Dabei war sie von einem breiten lokalpolitischen Bündnis unterstützt worden, das von der CDU über die Grünen bis zur Linkspartei reichte.

Im vergangenen Jahr hatte die Bürgerinitiative mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen zudem mit einer Online-Petition mehr als 16 700 Unterschriften gesammelt und an die Landesregierung übergeben. Dass die CDU sich nun auch in der Region gegen das Vorhaben positioniert habe, sei erfreulich, teilt die Initiative mit. Zumal man wisse, „dass auch Vertreter anderer politischer Parteien gegen den Antrag Frankfurts votieren werden“.

Im Taunus hatte sich schon rasch nach Bekanntwerden der Frankfurter Pläne Widerstand geregt. Die Parlamente von Steinbach und Oberursel sowie der Kreistag verabschiedeten Resolutionen, in denen sie sich klar gegen eine Bebauung westlich der A5 aussprachen.

Einer der Wortführer war Steffen Bonks Vorgänger Stefan Naas (FDP), der inzwischen Landtagsabgeordneter ist. Naas hatte immer wieder vor einer „Trabantenstadt“ gewarnt und die A5 zur „natürlichen Grenze“ erklärt.

Aber auch im Oberurseler Stadtteil Weißkirchen rumorte es. Zu einem Ortstermin der Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) waren vor zwei Jahren trotz Sommerferien mehr als 200 Menschen gekommen, um sich das fragliche Areal an der Stadtgrenze anzusehen.

Mehr als 500 Teilnehmer mobilisierte ein Jahr später die CDU um den Kreisvorsitzenden im Hochtaunus, Jürgen Banzer, zu einem Sternmarsch an die gleiche Stelle. Als Landtagsabgeordneter und CDU-Fraktionsvorsitzender im Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main hat Banzer zudem einen nicht unerheblichen politischen Einfluss.

Unterdessen hat CDU-Fraktionsvorsitzender Nils Kößler die SPD Frankfurt als "schlicht arrogant" beschimpft.

Der neue Stadtteil Josefstadt steht vor dem Aus. Die CDU will sich gegen das Milliardenprojekt aussprechen. 

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