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Aus der eher tristen Fläche soll ein schöner Platz werden.

Frankfurt-Sindlingen

Neuer Paul-Kirchhof-Platz in Sindlingen: viele Bänke, schmucke Stauden

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Im Sommer beginnen die Arbeiten. Die Stadt investiert 460 000 Euro.

Das Bild an der Wand sieht so idyllisch aus, die Zuschauer geraten fast ins Schwärmen. „Fehlt nur noch das Einhorn“, kommentiert Dominike Pauli trocken, die Vorsitzende der Linken im Ortsbeirat 6. Gerade hat das Grünflächenamt die Pläne für den neuen Paul-Kirchhof-Platz vorgestellt. Die Reaktionen am Dienstag: positiv.

Der Platz ist benannt nach dem Sindlinger Widerstandskämpfer, SPD-Kommunalpolitiker und Gewerkschafter Paul Kirchhof. Die Planung ist abgestimmt mit seiner Enkelin Carmen Crecelius, sie hat sich im Vorfeld der Sitzung lobend geäußert.

Die Fläche ist in die Jahre gekommen. Wege sind zugewachsen. Der kleine Spielplatz wird nicht genutzt. Entsprechend taucht er im neuen Entwurf gar nicht mehr auf. Die Geräte ziehen um an den großen Ampel-Spielplatz an der Sindlinger Bahnstraße. Ein Konzept, das die Stadt zunehmend verfolge, sagt Stephan Slachmuylders vom Grünflächenamt. Die Kommune setze eher auf große Spielplätze als auf viele kleine. „Wir müssen auch an den Unterhaltungsaufwand denken.“

Spielen können Kinder auf dem neuen Paul-Kirchhof-Platz natürlich trotzdem, auf der Rasenfläche in der Mitte. Die wird gesäumt von Wegen und zwölf Bänken. Passend zum Vorbild der Grünanlagen aus den 20er Jahren werden sie formal gehalten, sagt Katharina Peter vom Grünflächenamt. Schließlich stehen Teile der umgebenden Ferdinand-Hofmann-Siedlung unter Denkmalschutz.

Stauden- und Rosenbeete runden das Bild ab und machen den Platz für Bienen attraktiv. Der Gedenkstein für Paul Kirchhof wird einen „würdigen Platz“ haben, wie Peter sagt, mit Blick gen Westen in die Neulandstraße. Auf der Ostseite des Areals entsteht eine Pergola aus Metall.

Lange haben die Pläne in der Schublade gelegen. Die Sanierung der angrenzenden Ludwig-Weber-Schule hatte Vorrang. Auch jetzt noch wartet das Grünflächenamt, bis im Juni oder Juli die Pavillons der Übergangs-Unterkunft der Schule verschwinden. Danach erst können die Grünarbeiten beginnen. Kosten werden sie etwa 460 000 Euro, inklusive Planung und Kampfmittelsondierung, die obligatorische Suche nach übrigen gebliebenen Weltkriegsbomben.

Kleiner Wermutstropfen: Es fallen Parkplätze weg. Wobei es streng genommen keine legalen Parkplätze sind. Fünf bis sechs Autos sind es, schätzt Peter, die auf der Nordseite stehen. Künftig dürfen und können sie das nicht mehr. Die Stadt wird zwar die unschönen Drängelgitter entfernen, die bislang die Fläche begrenzen. Sie wird dafür aber eine doppelte Aufkantung setzen.

Das sind zwei Bordsteine, die hintereinander stehen und so eine Art Stufe bilden. Schlecht für Autos. Fußgänger können drüber laufen. Barrierefrei werden die Zuwege sein, die haben eine leichte Schräge. Offen ist die Zukunft des temporären Parkplatzes vor dem Hochhaus, dort könnten die Autos womöglich bleiben.

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