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Gebäudetrio: Neben der Halle will der Investor auch ein Hotel und ein Parkhaus bauen.

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Arena am Frankfurter Flughafen: Neuer Investor für Multifunktionshalle

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Ein kanadisches Unternehmen möchte eine Arena am Flughafen bauen, doch die Stadt hält am Standort Kaiserlei fest.

In die Diskussion um eine Multifunktionshalle in Frankfurt kommt neuer Schwung. Das kanadische Unternehmen Katz Group plant den Bau einer Halle am Flughafen für 23.000 Zuschauer. „Das ist ein toller Standort und würde für uns perfekt passen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Katz Group, Jürgen Schreiber, der FR und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Das Investitionsvolumen liegt bei 300 Millionen Euro. Als Standort hat der Investor das Gelände südlich des Gebäudekomplexes The Squaire ins Auge gefasst und auch schon Kontakt mit Fraport als dem Eigentümer der Fläche aufgenommen.

Die Pläne für eine Multifunktionsarena in Frankfurt gibt es schon seit rund 20 Jahren. Die Stadt plant derzeit den Bau einer Halle am Kaiserlei-Kreisel, die Ausschreibung läuft schon seit geraumer Zeit. Nutznießer einer großen, modernen Arena wären vor allem die Basketballer der Skyliners und die Eishockey-Löwen, die mit ihren derzeitigen Spielstätten unzufrieden sind. Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer ist von der neuen Entwicklung mehr als angetan. „Wir sind begeistert und halten das Projekt für realisierbar.“ Krämers Begeisterung hat einen Grund. Denn der Besitzer der Katz Group, Daryl Katz, ist auch Besitzer des Eishockeyteams Edmonton Oilers. Der Investor würden den Löwen also nicht nur die Halle hinstellen. „Da gibt es mit Sicherheit Synergien“, sagt Krämer. Katz- Group-Chef Schreiber ergänzt: „Überhaupt keine Frage, da gibt es einen intensiven Gedankenaustausch, wie wir für die Löwen ein besseres Team hinbekommen.“

„Projekt ist extrem unrealistisch“

Doch bevor es zu einer Kooperation zwischen den Frankfurt Löwen und den Edmonton Oilers, einem der renommiertesten Teams der nordamerikanischen Hockeyliga (NHL), kommen kann, müsste der kanadische Investor erstmal die Halle am Flughafen bauen dürfen.

Doch daran glaubt noch nicht jeder. Gunnar Wöbke etwa, der Manager der Skyliners, sagt: „Das Projekt ist interessant, aber extrem unrealistisch.“ Denn zunächst mal hat die Stadt ja noch die Ausschreibung einer Multifunktionshalle am Kaiserlei laufen.

Stadt will an Kaiserlei festhalten 

„Wir halten an unserem Standort fest“, betont daher auch eine Sprecherin des Ordnungsdezernats. In den Diskussionen der Stadt, ob für den Investor Langano eine Rückbürgschaft für den Kredit gestellt werden soll, gab es zuletzt noch einige Rückfragen an das Unternehmen, die bislang noch nicht beantwortet seien.

Sollte die Halle am Kaiserlei für 13.000 Zuschauer kommen, wird es aber keine Halle am Flughafen für 23.000 Zuschauer geben, das räumt auch Katz-Group-Chef Schreiber ein. „Wir sind aber überzeugt, dass unser Standort wesentlich besser ist. und hoffen, dass die Vernunft siegt“, wirbt Schreiber für sein Projekt.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“

Doch Skyliners-Chef Wöbke fragt sich, inwieweit es vernünftig ist, jetzt einen neuen Standort für die Halle ins Spiel zu bringen: „Das ist ein extrem langwieriges Projekt.“ Den Zeitplan der Kanadier, die Halle bis 2023 nach dem Vorbild der Arena in Edmonton gebaut und vor allen Dingen zuvor genehmigt zu bekommen, hält selbst Schreiber für „sportlich.“ Zunächst mal müsste Fraport das fragliche Gelände in Erbpacht vergeben. Die Verhandlungen darüber seien „erst ganz am Anfang“, sagt Fraport-Sprecherin Angelika Heinbuch und ergänzt: „Es gibt etliche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, bislang ist das eher theoretisch.“

Ungeachtet dessen freuen sich die beiden Sport-Manager Krämer und Wöbke darüber, dass es einen weiteren Investor gibt, der in Frankfurt bauen möchte. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Krämer. Wöbke hofft allerdings, „dass die Stadt das jetzt am Kaiserlei auf die Reihe bekommt.“

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