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Thomas Schmidt (l.) und Matthias Spiegelberg lassen Drohnen steigen.

Frankfurt-Niederrad

Neuer Blick auf die Bürostadt

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Von der Arbeitswüste zum Wohnquartier - Niederrad soll sich in den nächsten Jahren massiv verändern. Eine Standortinitiative will die Perspektive schon jetzt verändern - mit Panoramabildern aus der Luft.

Matthias Spiegelberg ist eigentlich Architekt beim Visualisierungsbüro HHVISION aus Köln. Jetzt steht er mit einer großen Fernbedienung in seiner Hand und schaut gen Himmel. Dort oben surrt eine kleine Drohne, kaum größer als ein normaler Reisekoffer. Vier Propeller halten sie in der Luft, in 70 Metern Höhe - mehr ist wegen des naheliegenden Flughafens nicht erlaubt.

Spiegelberg lässt die Drohne aber nicht aus einer Laune heraus fliegen. Er macht Fotos von der Bürostadt. Die Standort-Initiative Neues Niederrad hat ihn damit beauftragt, für ihr Projekt: Neue Perspektiven auf die Bürostadt. Die Perspektive der Vögel einnehmen also. „Dadurch wirken Strukturen anders, Blickwinkel verändern sich“, sagt Florian Meusel von der Initiative.

3000 Wohnungen geplant

Tatsächlich: Zu Fuß offenbart der Weg durch das Sammelsurium aus tristen, artifiziell wirkenden Bauten wenig Einladendes. Doch das Quartier ist im Umbruch. „3000 Wohnungen sind hier geplant“, sagt Meusel. Grünanlagen, Cafés und Restaurants sollen entstehen, „damit hier Samstagabends nicht die Bordsteine hochgeklappt werden“.

Auch das sollen die Drohnen-Bilder erreichen: Ein Bewusstsein schaffen, dass aus der reinen Bürostadt ein lebendiges Quartier werden könnte.

Thomas Schmitz steht neben Drohnen-Steuermann Spiegelberg. Auch Schmitz ist von HHVISION, in seiner Hand hält er einen Tablet-Computer. „Okay, ich löse jetzt aus“, sagt er zu Spiegelberg und berührt die Bildschirmoberfläche. Zwölfmal in fünf Minuten. Dann hat die Miniaturkamera mit ihren 14 Megapixeln an der zwei Kilogramm schweren Drohne eine Panoramaaufnahme geschossen, die Bürostadt in 360 Grad, im Hintergrund die Skyline und den Taunus.

Kostenlos im Internet

„Am Computer müssen wir jetzt die einzelnen Bilder zu einem Ganzen zusammensetzen“, erklärt Schmitz. Auf seinem Tablet demonstriert er, wie es am Ende aussehen soll. Zu sehen ist das Dom-Römer-Areal von oben, hinein animiert die Altstadt. Dreht sich Schmitz mit dem Gerät nach links, geht auch die Ansicht im Bildschirm nach links, so als stünde er auf einer Aussichtsplattform. Dem Betrachter gibt das die Möglichkeit, einzutauchen in das Quartier, die Veränderungen nachzuvollziehen, einen neuen Blickwinkel zu gewinnen.

Florian Meusel glaubt an den Erfolg der Aktion. „Schon jetzt gibt es viel Interesse für die Veränderungen hier, die Leute sind erstaunt darüber, was passiert“, sagt Meusel, den Blick nach oben gerichtet, zur Drohne. Die Aufnahmen können kostenlos im Internet auf der Seite www.lebendige-buerostadt.de angesehen werden.

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