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Viele Bornheimer möchten, dass das Apfelweinlokal an der Berger Straße erhalten bleibt.

Bornheim

Neuer Betreiber für Traditionslokal Sonne in Bornheim gefunden

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Ein neuer Betreiber für das Traditionslokal in Bornheim ist gefunden.

Das Gasthaus Zur Sonne bekommt einen neuen Betreiber. Das Denkmalamt hat Gespräche geführt, wie das historische Ensembel an der Berger Straße umgestaltet werden kann, sagt der stellvertretende Leiter Stefan Timpe auf Anfrage der FR. Demnach soll es auch künftig eine Gastronomie geben.

Seit mehr als einem Jahr lassen die Eigentümer die Gaststätte für 2,5 Millionen Euro über einen Makler im Internet vermarkten – auch am gestrigen Montag war sie dort noch zu finden. Viele Bürger sorgen sich um die Zukunft der Apfelweinwirtschaft. Sie befürchten, dass sie schließt und dort Wohnungen entstehen. Vor allem, da im Exposé darauf hingewiesen, dass es denkbar ist, die gastronomischen Flächen umzubauen.

„Sonne“ in Bornheim ist 1768 gebaut

Im Landesamt für Denkmalpflege ist die 1768 erbaute „Sonne“ als Einzelkulturdenkmal vermerkt – Änderungen an dem barocken Fachwerkhaus müssten mit den Behörden abgestimmt werden. Denkmalschützer Timpe sagt, er sei „sehr erleichtert“, dass auch die neuen Betreiber eine Gaststätte in dem Gebäude planen. Das sei „ein Garant dafür, dass nicht so große Eingriffe“ anstünden. Kontinuität sei die beste Nutzung für ein derartiges Gebäude.

Der Bauaufsicht liegen bislang noch keine offiziellen Anträge vor, sagt der stellvertretende Amtsleiter Markus Radermacher. Weder was den Umbau, Änderung oder den Abriss betreffe. Es seien in den vergangenen Wochen aber Gespräche mit Interessenten geführt worden. Die Eigentümerfamilie wollte das Lokal aus Altersgründen nicht mehr weiterführen. Am Montag waren sie für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

„Es wäre schön, wenn es mit der Sonne irgendwie weitergeht“, sagt Thomas Becker, „egal wer da reinkommt.“ Im April 2018 hatte der Bornheimer eine Onlinepetition für den Erhalt der Sonne ins Leben gerufen. Mehr als 5400 Personen hatten ihre Stimme abgegeben. Die Petition wurde im Herbst an Oberbürgermeister Peter Feldmann überreicht, der sich ebenso für die Gastronomie ausgesprochen hat.

„Sonne“ als fester Bestandteil Bornheims

Mit seiner Aktion habe er verhindern wollen, dass die Gaststätte verkauft wird, um daraus Profit zu machen, sagt Becker. Das Lokal sei ein „ein fester Bestandteil Bornheims“. Auch der Stadtteilhistoriker Bernhard Ochs hatte sich für den Erhalt der Sonne ausgesprochen. Das Gasthaus sei eines der letzten Kulturgüter im Lustigen Dorf. Es gehöre zu den „erhaltenswertesten Gebäude im Stadtteil“ und genieße „höchste Denkmalpriorität“.

Für die Sonne interessiert sich auch der Verein „Inter Esse“. Die Gruppe wollte dort einen Begegnungsort mit kulturellen Angeboten schaffen und die Gaststätte fortgeführen. Finanzieren wollte der Verein den Kauf über eine Crowdfunding-Kampagne. Das Geld sei jedoch noch nicht zusammen, sagt Mitgründer Roland Lüpold. Sollte die Sonne nicht mehr zu haben sein, werde sich die Gruppe nach einer anderen Liegenschaft umschauen.

In den sozialen Medien wird derzeit spekuliert, dass die Sonne verkauft worden ist und bereits Ende des Monats schließt. Jemand aus Münchnen sei der neue Eigentümer. Ob dann vielleicht ein Hofbräuhaus folge, wird ironisch gefragt.

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