So soll es mal am Hilgenfeld aussehen.
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So soll es mal am Hilgenfeld aussehen.

Frankfurter Berg

850 neue Wohnungen

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Die Bewohner am Hilgenfeld sollen rund 2000 neue Nachbarn bekommen; nicht alle sind davon begeistert. Der Baustart soll spätestens 2019 erfolgen.

Noch erstrecken sich nordwestlich des Bahnhofs Frankfurter Berg fast nur Felder und Wiesen. Fast: In den Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern der Siedlung Taunusside wohnen schon etwa 280 Menschen. Sie sollen in naher Zukunft rund 2000 Nachbarn bekommen.

Das findet nicht jeder gut. Zum Beispiel Jan Wagner. Er ist Gründer der Bürgerinitiative Taunusside, die sich eigentlich gegen den Bahn-Ausbau wendet. Aber auch das neue Baugebiet in seiner unmittelbaren Nachbarschaft lehnt er in dieser Form ab. Nicht generell, aber „in dieser massiven Verdichtung“, wie er sagt. „850 Wohnungen sind einfach zu viel.“ Dafür gebe es gar keine Infrastruktur. Und wenn, so sein Verdacht, durch die vielen Neubaugebiete, wozu auch das Hilgenfeld zählt, die Kalt- und Frischluftschneise gestört werde, „dann wird es Klagen geben“.

Dabei ist die Diskussion um die Bebauung des Hilgenfelds älter als der Stadtteil selbst. Schon 1971 haben sich Bewohner der Siedlung Frankfurter Berg gegen Bebauungspläne für das Hilgenfeld gewendet.

Vom Grundsatz her ist bereits klar, was gebaut wird: rund 850 Wohnungen mit Platz für bis zu 2200 Menschen. „Frühestens Ende 2018 wird der Baustart erfolgen“, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Die ABG Frankfurt Holding hat sich bereits einen Großteil der Wohnungen gesichert. Die Bauzeit soll rund vier Jahre betragen, die Kaltmiete für frei finanzierte Wohnungen – vor allem in drei- und viergeschossigen Gebäuden – bei zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter liegen.

Bestandteil des neuen Baugebietes werden aber nicht nur gewöhnliche Häuser für den freien Markt sein. Rund 10 bis 15 Prozent der Fläche sollen für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte reserviert werden. Weitere 30 Prozent sollen öffentlich gefördert werden.

Das Konzept für die Bebauung basiert auf den Entwürfen zweier Architektenbüros. Diese haben auch weitere Einrichtungen im Blick. So soll es eine Kita, Nahversorger, Ärzte und einen Quartiersplatz geben.

Die Stadt hat beide Konzepte in einem Wettbewerb als Sieger ausgezeichnet, dabei vor allem die Integration der vorhandenen Bebauung gelobt. Aber es gibt auch weitere Kritik. So wünscht sich Stephan Kuhn, SPD-Mitglied im Ortsbeirat 10, neben der geplanten Durchfahrt von der Homburger Landstraße noch eine Ausfahrt im Norden. Das wird aber nicht passieren, da die Stadt möglichst wenig Bäume fällen will. Als Alternative schlägt Gero Gabriel, für die CDU im Ortsbeirat, vor, neben der Einfahrt auch eine Ausfahrt als Einbahnstraße zu bauen.

Kuhn und Gabriel plädieren zudem für eine Brücke, die das Gebiet mit dem Bereich westlich der Homburger Landstraße verbindet. „Das wäre vor allem für die künftigen Schüler der Albert-Schweitzer-Schule ein erheblicher Vorteil“, so Gabriel.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) ist zum jetzigen Zeitpunkt zufrieden, kündigt aber an, „unseren Einfluss als Ortsbeirat geltend zu machen, sobald wir die endgültigen Pläne vorgelegt bekommen“.

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