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Stadtnatur

Neue wilde Pflanzen, eingewandert nach Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Frankfurt: Eine Schau über grüne und bunte Einwanderer im Wissenschaftsgarten der Goethe-Uni. An manche hat man sich schon seit vielen Jahren gewöhnt.

Frankfurt - Sie wachsen und gedeihen, wo wir gehen und stehen, manche sind schon seit Ewigkeiten bei uns: eingewanderte Pflanzenarten aus entlegenen Gegenden der Welt. Über „Neue Wilde“ erzählt die gleichnamige Ausstellung im wiedereröffneten Wissenschaftsgarten auf dem Unicampus Riedberg. Untertitel: „Globalisierung in der Pflanzenwelt“.

Dass es um Pflanzen geht, die erst durch die Hilfe des Menschen zu uns, aber auch von uns in andere Regionen gelangen, erklärt Georg Zizka, der wissenschaftliche Leiter des Uni-Gartens, gleich zu Beginn der Eröffnungsführung. „Sie fallen uns in der Regel gar nicht auf – und auch nicht die Dynamik und die Probleme, die sie auslösen.“

Einwanderer der Pflanzenwelt - Wie eingeschleppte Pflanzen unsere Fauna beeinflussen

Da ist etwa das Schmalblättrige Greiskraut, erst 1988 aus Südafrika eingeschleppt und längst allgegenwärtig. Oder die Armenische Brombeere, die sich riesige Flächen einverleibt und einheimische Arten überwuchert. Oder die Kirschpflaume.

Auf 17 Schautafeln im herrlichen Garten lehrt die Ausstellung, was es mit den pflanzlichen Zuwanderern auf sich hat, wo sie herkommen, was sie so erfolgreich macht und auch, was man mit ihnen anfangen soll. Die Schau stammt vom Verband der Botanischen Gärten; der Frankfurter Palmengarten hat daran mitgearbeitet.

Der Garten

Der Wissenschaftsgarten ist seit kurzem wieder samstags von 11 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Rundgang lohnt: durch die Ausstellung und über das ganze Gelände auf einem teppichartig weichen Rasen. Ein Begleitbuch „Neue Wilde“ zur Schau gibt es beim Verband Botanischer Gärten, www.verband-botanischer-gaerten.de

Frankfurt mit 40 Prozent eingewanderten Arten auch bei ein Pflanzen Multikultureller Ort

Zizka zeigt, dass Frankfurt auch bei den Pflanzen ein multikultureller Ort ist: Mit fast 40 Prozent eingewanderten Arten liege die Stadt weit über dem Bundesdurchschnitt. Jährlich kämen Hunderte fremde Arten neu herein, aber die meisten überlebten den Winter nicht. Etwa zehn Prozent könnten sich halten; letztlich blieben etwa 40 bis 50 sogenannte Problemarten.

Dazu zählt der Götterbaum aus Ostasien – er steht auf der Liste der „verbotenen Arten“, die auch in Botanischen Gärten nicht mehr kultiviert werden dürfen. Und er steht im Wissenschaftsgarten. Da muss er nach der Ausstellung wieder raus. Dazu zählt auch die Wasserpest aus Nordamerika, die sich einst explosionsartig verbreitete, aber vor 100 Jahren plötzlich an Kraft und an Boden verlor.

Die Ausstellung ist immer samstags zu sehen.

Wissenschaftlicher Leiter mahnt: „Man kann viel Unheil anrichten“

Für den Wald der Zukunft, sagt Zizka, könnten „Neue Wilde“ wegen der Anpassung an den Klimawandel eine Rolle spielen. Aber da sei Vorsicht angebracht: „Man kann viel Unheil anrichten, wenn man sich nicht genau überlegt, was man in die Natur einbringt.“ Die Spätblühende Traubenkirsche etwa, aus Nordamerika eingewandert, sei sehr schlecht für ihre einheimische Umgebung: „Die will man heute wieder loswerden.“

Der Wissenschaftsgarten beherbergt viele Pflanzen, die nicht ursprünglich von hier stammen, und auch solche, die andernorts Probleme machen: Unsere gute alte Kratzdistel etwa sorge in Südamerika für großen Ärger auf den Weiden.

Was tun mit den „Neuen Wilden“? Je nachdem, sagt der Fachmann. In Naturschutzgebieten müssten sie bekämpft werden, sobald sie die einheimischen Arten und Lebensräume bedrohten. Allgemein: „Laufen lassen. Wo die Vegetation noch intakt ist, haben Neophyten nur geringe Chancen.“ (Thomas Stillbauer)

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