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Parkende Autos in der Günthersburgallee im Nordend nehmen viel Platz auf der Straße ein.

Nordend

Neue Tiefgarage fürs Nordend

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Eine Mehrheit im Ortsbeirat will 500 zusätzliche Stellflächen im Quartier schaffen. Oberirdische Parkplätze sollen dafür zugunsten von Radlern und Fußgängern wegfallen.

Im Nordend soll nach dem Willen des Ortsbeirats 3 eine neue, große Tiefgarage entstehen. Platz für 500 Autos von Anwohnern könnte das unterirdische Parkhaus bieten. Oberirdisch sollen dafür mindestens halb so viele Stellplätze aufgegeben werden. Über den Antrag von CDU und FDP war in der jüngsten Sitzung des Gremiums am Donnerstag eine längere Diskussion entbrannt.

Die Parksituation sei „in weiten Teilen des Nordends katastrophal, heißt es in der Vorlage. Autos führen auf der Suche nach einem Parkplatz unnötig lange durch die Wohnquartiere, „das belastet die Umwelt“, sagte Michael Rubin (FDP). Es müsse aufhören, dass viele Straßen abends komplett zugestellt seien – auch an nicht zulässigen Stellen. Eine Entlastung sei über eine Anwohnergarage in öffentlicher oder privater Hand zwingend nötig. Fahrradabstell- und Carsharing-Plätze sowie Ladestationen für alternative Technologien sollen in das Konzept eingebunden werden.

Einem Vorschlag der SPD folgend hatten die antragstellenden Fraktionen einen Passus aufgenommen, dass mit dem Bau der Quartiersgarage mindestens 250 oberirdische Parkplätze wegfallen. Sie sollen zugunsten von „Fußgängern, Fahrradfahrern und der allgemeinen Aufenthaltsqualität“ umgewandelt werden.

Fünf mögliche Standorte

Wo das Parkhaus entstehen könnte, ist offen. Der Ortsbeirat schlägt fünf Standorte vor, die die Stadt prüfen soll. In der Vorlage ist der Parkplatz des Maingaukrankenhauses genannt, die Erweiterungsfläche der Deutschen Nationalbibliothek, die Richard-Wagner-Straße zwischen Brahmsstraße und Eckenheimer Landstraße, das freie Grundstück Friedberger Landstraße / Ecke Bethmannpark sowie der ehemalige Löschteich im Bereich Günthersburg- / Rothschildallee. Zusätzlich möge die Verwaltung weitere geeignete Stellen suchen.

Die Grünen lehnen die Forderung ab. Nur wenn zeitgleich oberirdisch 500 Parkplätze aufgegeben worden wären hätte seine Fraktion zugestimmt, sagte Michael Mirsch. Es dürften nicht mehr Parkplätze geschaffen werden, „das zieht weiteren Verkehr an“. Ähnlich sah es Manfred Zieran von Ökolinx. „Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Parkplätze.“ Weitere Fahrzeuge in die Stadt zu locken gehe „zugunsten der Lebensqualität“. Studien hätten gezeigt, dass 90 Prozent der Autobesitzer ihr Fahrzeug gar nicht brauchten, sagte Hans-Joachim Habermann von Die Linke. „Das Auto ist das privilegierteste Fahrzeug überhaupt.“

Viele Menschen seien auf ihre Fahrzeuge angewiesen, sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Erhardt. Diese dürften nicht „sozial geächtet werden“ und sich dafür schämen müssen, ein Auto zu haben. „Das ist eine Neid-Debatte, die hier mitschwingt.“ Auch ihre Fraktion sei dafür, dass der Verkehr in der Stadt reduziert werden müsse, „wir sind am Limit“. Deshalb sei die Garage nur für Anwohner gedacht, nicht für Pendler. Derzeit könnten nur Besserverdienende teure Parkplätze mieten, „das ist nicht sozial vertretbar“. Mit einer Tiefgarage werde sich das nicht ändern, erwiderte Zieran. „Das sind die teuersten Stellplätze.“

Die Vertreter von CDU, SPD und FDP sowie ein Mitglied der Linke stimmten für den Antrag.

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