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Der neue Sprecher der Durchsagen an Bahnhöfen, Heiko Grauel, stellt sich vor

Frankfurt

Die neue Stimme der Bahn kommt aus Dreieich

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Heiko Grauel aus Dreieich spricht bundesweit auf 5700 Bahnhöfen. Er freut sich schon darauf, wenn er sich das erste Mal hört.

Die Deutsche Bahn hat den neuen Sprecher der Durchsagen an Bahnhöfen am Dienstag in Frankfurt vorgestellt. Heiko Grauel löst die bisherige Stimme bis Ende 2022 auf den bundesweit rund 5700 Bahnhöfen ab – er wird dann beispielsweise Zugeinfahrten durchsagen oder über Anschlusszüge informieren.

Die Deutsche Bahn verwendet dazu eine Technik, die eingesprochene Sätze zerhackt und daraus beliebige Wörter formt. Grauel sei mit seiner Stimme ein Teil der Umrüstung des Unternehmens auf eine moderne und digitale Reisendeninformation an Bahnhöfen, sagt Daniel Labahn, Leiter des Bahnprojektes Reiseinformation der Zukunft.

Im 31. Stock des Silberturms fällt Heiko Grauel zwischen den Journalisten und Bahn-Mitarbeitern nicht auf. Er trägt einen Kapuzenpulli und Jeans, lehnt sich an eine Wand und plaudert mit Bahnangestellten. Doch als er von der Leiterin für Kommunikation, Katharina Junge, aufgerufen wird, an den Stehtisch läuft, das Mikrofon nimmt und hineinspricht: „So sieht sie aus, die neue Stimme“, beschleicht einen sofort das vertraute Gefühl, Heiko Grauel zu kennen.

So wird es vielleicht einigen Leuten gehen, die seine Stimme in diesem Jahr an den Bahnhöfen im Rhein-Main-Gebiet hören werden. Denn die Stimme des 45-Jährigen aus Dreieich kennt man aus dem Fernsehen von Formaten wie „Das aktuelle Sportstudio“ oder „Terra X“.

Grauel ist seit 1993 professioneller Sprecher. Ausgebildet wurde er beim Hessischen Rundfunk, anschließend war er als Moderator tätig. In Wolfsburg ist seine Stimme bereits seit Mitte November mit Ansagen wie dem Rauchverbot zu hören. Erstmals sollen die mit dem neuen Verfahren generierten Durchsagen in den kommenden Monaten im Raum Stuttgart ertönen.

Für ihn sei es ein „besonderes und bestätigendes Gefühl“, dass er den Job bekommen habe, sagt er. Grauel hat sich unter Hunderten Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt. Eine Fachjury, über 2000 Bahn-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sowie Bahnkunden entschieden sich für den 45-Jährigen.

Vier bis fünf Stunden dauerten täglich die Aufzeichnungen in einem Frankfurter Tonstudio – insgesamt 60 Stunden Material und 14 000 aufgenommene Sätze. „Alles im gleichen Duktus zu sagen, ist wirklich schwierig“, sagt Grauel. Es sei eben anders, als für das Radio oder das Fernsehen zu sprechen. Und er freut sich schon auf den Tag, wenn er am Bahnhof seine Stimme hört. „Dann werde ich wohl erst mal in mich hineingrinsen und denken: ‚Huch, das bin ja ich.‘“

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