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Hier soll die neue Station entstehen – die Arbeiten am viergleisigen Ausbau laufen bereits.

Verkehr in Frankfurt

Streit über Ginnheimer S-Bahn-Station

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Die Deutsche Bahn stellt den Neubau der S-Bahn-Station vor - eine Anbindung nach Alt-Ginnheim gibt es aber nicht. Anwohner fordern eine Nachbesserung.

Anwohner haben am Dienstagabend mit Unmut auf die Pläne der Deutschen Bahn für die neue S-Bahn-Station Ginnheim reagiert. Es gebe keine Anbindung zum Ortskern, aber diese werde dringend gebraucht, fasste Sylvia Momsen (Grüne), Stadtverordnete und Mitglied im Ortsbeirat 9, die Stimmung zusammen. Auch fehle ein Park-and-ride-Parkplatz.

Rund 75 Menschen waren zur Infoveranstaltung in die Räume des Turn- und Sportvereins Ginnheim gekommen. Projektleiter Julian Fassing von DB Netz stellte die geplante Station vor. Standort ist an der Straße Am Ginnheimer Wäldchen am Niddapark. Die Station liegt auf Höhe der Rosa-Luxemburg-Straße. Im Norden ist die Unterführung Woogstraße etwa 50 Meter entfernt. Die Station ist 210 Meter lang, mindestens 5,20 Meter breit und hat 96 Zentimeter hohe Bahnsteige an einem Mittelbahnsteig. Zwischen Mittelbahnsteig, der Richtung Ortskern liegt, und den beiden Gleisen für Fern-, Regional- und Güterzüge hin zum Niddapark baut die Bahn eine drei Meter hohe Lärmschutzwand.

Ab 2022 soll die Station angefahren werden

Fassing führte aus, dass Fahrgäste über einen Steg, der mit Treppen und Aufzügen erschlossen werde, vom Ginnheimer Wäldchen über die Gleise zum Mittenbahnsteig gelangten. Die Variante einer Unterführung verfolge die Bahn wegen zu großen Eingriffen in Natur und Privatbesitz nicht weiter. Die S-Bahnen sollen ab 2022 an der Station halten, wenn auch die viergleisige Neubaustrecke vom Frankfurter Westbahnhof nach Bad Vilbel in Betrieb gehe. Eine Rampe in den Ortskern sei derzeit aber nicht geplant, so Fassing. Eine solche Rampe sieht der Stadtverordnetenbeschluss von 2011 aber vor, wenn auch in nachträglicher Ausführung. „Wir haben damals in zahlreichen Anträgen diese Anbindung gefordert“, sagte Lothar Stapf (CDU), früherer Stadtverordneter und Ortsbeiratsmitglied.

Hannes Heiler von der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft FBAG sagte: „Wir brauchen über die Aufzüge am Steg hinaus Rampen für behinderte Menschen, weil Aufzüge im Frankfurter Nahverkehr oft ausfallen.“

Fassing stellte in Aussicht, die Anregungen in die anstehenden Gespräche mit dem Magistrat aufzunehmen. Die Planfeststellungsunterlagen will die Bahn in zwei Wochen beim Eisenbahnbundesamt einreichen. Die Kosten für den Neubau wurden mit 2,1 Millionen Euro angegeben.

Im Zusammenhang mit dem Neubau der Station Ginnheim werde die U-Bahn-Station Niddapark barrierefrei, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf Anfrage. Die Aufzüge waren vor Jahren wegen Vandalismus stillgelegt worden. Die U-Bahn-Station Niddapark werde an die S-Bahn-Station angebunden. Die Bahn rechnet mit 5900 Umsteigern am Tag.

Oesterling zeigte sich verwundert, dass keine Rampe nach Alt-Ginnheim vorgesehen sei. Eine Anbindung des Ortskerns sei nötig, sagte er.

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