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Bald wird so auch in der neuen Halle trainiert.

Otto-Fleck-Schneise

Neue Sporthalle an Frankfurter Otto-Fleck-Schneise kann nicht genutzt werden

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Der Landessportbund feiert die Eröffnung der doppelstöckigen Sporthalle an der Otto-Fleck-Schneise in Sachsenhausen - trotz Wasserschaden. Die Vereine müssen warten.

Es war fast alles nach Plan gelaufen. Der Bau der doppelstöckigen Sporthalle in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise war seit Beginn der Arbeiten im Juli 2017 und der Grundsteinlegung im vergangenen Dezember so zügig vorangeschritten, wie es sich die Verantwortlichen beim Landessportbund Hessen (Lsbh) erhofft hatten. Doch vor drei Wochen etwa platzte eine Heizung von der Wand und verursachte in der unteren Etage einen Wasserschaden. Die schon festgesetzte, feierliche Eröffnung des modernen Komplexes wurde am Samstag zwar gemeinsam mit etwa 150 geladenen Gästen durchgezogen. Bis zur Inbetriebnahme werden sich die vielen Vereine und Verbände, die ihre Wünsche nach einer Belegung bereits bei der Dachorganisation des hessischen Sports angemeldet haben, aber noch ein paar Wochen gedulden müssen.

Zwölf Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Die Stadt Frankfurt hat es mit einer Million Euro bezuschusst, der Bund gab 1,5 Millionen Euro dafür, und vom Land kamen vier Millionen, von denen jedoch ein Teil noch in die bereits abgeschlossene Sanierung eines ebenfalls zur Sportschule gehörenden Verwaltungsgebäudes floss. Entstanden ist mit dieser Hilfe ein innovativer Neubau, wie ihn die erfahrenen Architekten von BFLP laut ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Andreas Schmidt nie zuvor entwarfen.

Um der 45 Meter breiten und 48 Meter langen Anlage, die zwei Dreifelderhallen übereinander sowie mehrere barrierefreie Umkleiden, Toiletten und Geräteräume beinhaltet, genügend Stabilität zu verleihen und die maximale Höhe von 15,50 Metern nicht zu überschreiten, wurde sie „3,50 Meter tief in den Boden eingegraben“, erklärt Schmidt. Die obere Sportstätte ist ein lichtes Rechteck mit hellen Holzwänden und lindgrünem Boden. Durch die mit Jalousien versehenen Fenster im oberen Drittel sind die Flugzeuge vom nahegelegenen Airport beim Passieren des Stadtwalds zu sehen, doch es dringt kein Geräusch ins Innere. Darunter befindet sich die „rote Halle“, deren Bodenfärbung dem Wunsch der Tischtennisspieler entspricht, für deren Bundesstützpunkt ein Drittel mit feststehenden Platten reserviert ist.

Athletik im Keller

Im Keller des Anbaus sind mehrere Räume für ein Athletikzentrum vorgesehen, in dem der Olympiastützpunkt Hessen computergestützte Geräte für Krafttraining und Leistungsdiagnostik aufstellen wird. Dafür gab das Land etwa 350 000 Euro dazu.

Lsbh-Präsident Rolf Müller sieht in der neuen Sportstätte, die an der Stelle eines in die Jahre gekommenen Vorgängers hochgezogen wurde, eine „Investition in die Zukunft des Sports“, mit der man der gestiegenen Nachfrage nach Hallenkapazitäten seitens der Mitglieder nachkomme.

Der Frankfurter Stadtrat Markus Frank, der das Ringen der Vereine um Übungszeiten kennt, begrüßt die Initiative. „Wir alle wollen, dass die Menschen Sport treiben, und zwar in den Vereinen, in denen ihnen Werte vermittelt werden.“ Mit dem Neubau werde „die Schlossallee des deutschen Sports“ gestärkt und der wichtige „strategische Punkt“, zu dem auch das Leichtathletikzentrum an der Niederräder Hahnstraße und bald die Akademie des Deutschen Fußball-Bundes auf der ehemaligen Galopprennbahn gehören, weiter ausgebaut.

„Wir haben hier ein Areal“, ergänzte Sport-Abteilungsleiter Jens-Uwe Münker aus dem hessischen Innenministerium, „das europaweit seinesgleichen sucht.“

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