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Neun Schüler lernen von Maike Häusling (mit rotem Schal).

Schulen in Frankfurt

Neue Schulkünstlerin nimmt ihre Arbeit auf

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Maike Häusling ist neue Schulkünstlerin an der Anne-Frank-Schule im Frankfurter Stadtteil Dornbusch. Noten wird sie nicht vergeben.

Malen mit Wasserfarbe, mit Bleistift, Kreide oder Tusche - das ist, was die Schüler der Anne-Frank-Schule bisher unter Kunst verstanden haben. Als die neue Schulkünstlerin Maike Häusling am vergangenen Donnerstagmittag in der Aula ihre jüngsten Arbeiten aus Malaysia zeigt, sorgt das unter den Realschülern für Verwunderung. „Dass Fotos von Baustellen, Ventilatoren und in der Stadt aufgenommene Töne Kunst sind, hätte ich nicht gedacht“, sagt ein Schüler der siebten Klasse im Anschluss an die Präsentation.

Er und acht weitere Schüler haben in diesem Schuljahr statt einer zweiten Fremdsprache oder IT Werken und Kunst als Wahl-Pflicht-Fach gewählt. Sie werden das kommende Halbjahr zwei Stunden wöchentlich von der Multimedia- und Konzept-Künstlerin Maike Häusling angeleitet - nicht unterrichtet. „Es gibt auch keine Noten auf die Ergebnisse, sondern eine pädagogische Bewertung für die Mitarbeit“, sagt Schulleiterin Nicola Gudat. „Alles andere wäre am Konzept vorbei.“ Die Idee hinter „1822-Schulkünstler“, das von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gefördert wird, ist, dem Nachwuchs künstlerisches Schaffen zwangsfrei außerhalb des Normunterrichts nahezubringen.

Das Projekt wurde vor 25 Jahren ins Leben gerufen. Derzeit nehmen das Angebot zehn Frankfurter Schulen in Anspruch. Die Disziplinen sind vom Künstler abhängig und dementsprechend vielfältig: Fotografie, Schmiedekunst oder Graffiti. Meistens bringen sie dem Nachwuchs das kreative Schaffen über die Dauer eines Schuljahres nahe, in Arbeitsgemeinschaften, Projektwochen oder im Wahlpflichtunterricht.

Die Anne-Frank-Schule nimmt schon das zehnte Mal am Projekt teil. Häufig wurde in den vergangenen Jahren das Schulgebäude durch Mosaike, Wandgemälde oder Skulpturen aufgewertet - mit positiver Wirkung. „Der Vandalismus an Schulen nimmt dadurch ab. Wenn die Schüler ihr Gebäude mitgestalten dürfen, dann beschützen sie es auch“, sagt Ottilie Wenzler von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Die neue Schulkünstlerin der Anne-Frank-Schule hat sich ein Forschungsprojekt für die zwei Schülerinnen und sieben Schüler ausgedacht: Die Motive bleiben die gleichen, durch regelmäßige Medienwechsel verändern sie sich aber. „Alle zwei bis drei Wochen stelle ich eine neue Technik vor. Leicht zugänglich, angefangen von Zeichnung und Collage, geht es bei Druck und Skulptur schon experimenteller zu“, erklärt sie ihr Konzept. „Bei Motiv und Gestaltung sind die Schüler frei. Sie sollen sich ausprobieren.“

Am Ende des Schuljahres werden die Ergebnisse ausgestellt. Schulleiterin Nicola Gudat könnte sich auch einen externen Ausstellungsort vorstellen.

Anfragen zu „1822-Schulkünstler“ nimmt Beatrice Assfalg von der Frankfurter Sparkasse entgegen: beatrice.assfalg@frankfurter-sparkasse.de.

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