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S-Bahn-Tunnel unter der Innenstadt von Frankfurt.
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S-Bahn-Tunnel unter der Innenstadt von Frankfurt.

Nahverkehr

Neue Routen für S-Bahn-Fahrer

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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In den hessischen Sommerferien wird der S-Bahntunnel unter der Frankfurter Innenstadt komplett gesperrt. Grund ist der Bau eines neuen elektronischen Stellwerks. Alternativen gibt es aber genug. Deshalb verspricht Verkehrsdezernent Majer: "Jeder wird zum Ziel kommen."

Betroffen sind rund 100 000 Fahrgäste. Jeden Tag. Sie alle müssen sich von Samstag, 25. Juli an, neue Wege suchen, um zur Arbeit zu kommen, zum Einkaufen, zum Arzt, ins Theater oder sonst wohin. Von jenem Tag an ist der Tunnel unter der Frankfurter Innenstadt für S-Bahnen nicht mehr befahrbar. Bis zum 25. August sind die Stationen Taunusanlage, Hauptwache, Konstablerwache, Ostendstraße und Lokalbahnhof stillgelegt. Grund sind Arbeiten zum Austausch des Relaisstellwerks. Die Vollsperrung betrifft alleine die S-Bahnen. Die U-Bahnen sind mit zusätzlichen Wagen unterwegs, doch auch da gibt es Änderungen, hieß es am Montag bei der Präsentation des Baustellen-Fahrplans. Um Kapazitäten zu schaffen, fährt die U4 nicht nach Enkheim, die U5 nicht im Tunnel.

„Vier Wochen sind eine sehr lange Zeit“, sagte Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn (DB) Hessen. Und es werde nicht dabei bleiben. Erst im Jahr 2018 werde das neue elektronische Stellwerk in Betrieb gehen, das für mehr Stabilität im Netz sorgen und das Risiko altersbedingter Ausfälle bannen soll.

Die Sperrung am 25. Juli ist also nur eine Anfang. In den kommenden Jahren erwartet Fahrgäste weiterer Unbill: Im nächsten Jahr ist der Tunnel in den Osterferien sowie weitere sechs Wochen in den Sommerferien dicht. Und vor der Inbetriebnahme 2018 sind weitere drei bis vier Wochen sommerlicher Stillstand notwendig, kündigte Vorhusen an. Bis dahin werde es auch bei den nächtlichen Sperrungen bleiben, die es seit dem Fahrplanwechsel im Dezember gibt.

Ersatzfahrpläne online und als App

Da kommt bei S-Bahn-Pendlern wenig Freude auf. Um sie bei Laune zu halten, haben DB und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zusammen mit der Stadt Frankfurt als Betreiberin der U-Bahnen, Busse und Trams, ein dickes Paket geschnürt. Dazu gehören alternative Verkehrsmittel, aber auch umfangreiche Informationsangebote. An zwölf Stationen in Frankfurt und Offenbach wird der RMV insgesamt 31 speziell ausgebildete Mitarbeiter postieren, die Fragen beantworten, kündigte Geschäftsführer Knut Ringat an. Kaffee und kleine Snacks sollen die Kunden bei Laune halten. Kommunikation wird großgeschrieben: Die Ersatzfahrpläne sind online verfügbar, auch als App, das Servicetelefon ist 24 Stunden zum Ortstarif erreichbar. Auf einer speziellen Homepage können Interessierte den Fortschritt auf der Baustelle verfolgen. Angekündigt sind „Fakten, Interviews, Porträts und immer aktuelle Informationen“.

Jeder werde zum Ziel kommen. „Sämtliche von der Sperrung betroffenen S-Bahn-Stationen sind auch mit der U-Bahn oder zumindest Straßenbahn zu erreichen“, sagte Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Einzige Ausnahme: die Taunusanlage. Doch von dort sei der Hauptbahnhof fußläufig erreichbar und die U-Bahn-Station Alte Oper liege in Sichtweite.

Außerhalb des gesperrten Bereichs fahren die S-Bahnen wie gewohnt. Sie enden beziehungsweise starten davor. Einzig die S 1 wird zwischen Frankfurt-Hauptbahnhof und Frankfurt-Süd umgeleitet.

Als Alternative eignet sich auch der Regionalverkehr, etwa zwischen Frankfurt-Hauptbahnhof, Flughafen und Mainz. Oder zwischen Frankfurt und Hanau, auf dem das RMV-Ticket (nicht das Hessenticket) auch in ICE und IC gültig ist. Umgekehrt gelten in der Bauzeit DB-Fahrkarten auch in U-Bahnen oder Trams (Ausnahme Schönes-Wochenend- oder Quer-durchs-Land-Ticket). Und es gibt Ersatzbuslinien: von Offenbach-Ost zum Flughafen sowie zwischen Offenbach-Kaiserlei, Frankfurt Ostbahnhof und dem Zoo mit seiner U-Bahn-Station.

„Es wird knirschen.“

Außer dem öffentlichen Nahverkehr und zu Fuß gehen, gibt es eine weitere Option: das Leihfahrrad der Deutschen Bahn. RMV-Kunden können sich bei Call a bike während der Bauzeit kostenlos anmelden und die erste halbe Stunde gratis fahren. Dazu stellt das Unternehmen rund 2000 zusätzliche Räder in seinen Entleihstationen zur Verfügung und will weitere eröffnen.

„Das ist ein gutes Angebot“, bilanzierte Verkehrsdezernent Majer. „Aber ich werde trotzdem die Luft anhalten.“ Die S-Bahn sei nicht nur „das Rückgrat des Pendlerverkehrs“, sondern verbinde auch die Stadtteile mit der City. Er warb um Verständnis: „Es wird knirschen.“

Sollte dem so sein, werde der RMV nachbessern, versprach Ringat. Im Vergleich zur Tunnelsperrung im Sommer 2006 sei der Ersatzverkehr um 40 Prozent ausgeweitet worden. Das jetzige Stellwerk sei nicht nur alt, sondern begrenze auch die Kapazitäten im S-Bahn-Tunnel. „Das neue ist die Voraussetzung für den weiteren Ausbau wie die Nordmainische S-Bahn.“

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