+
Ab Ende des Jahres stehen dem Frauen- und Mädchenbüro Milena doppelt so viel Platz zur Verfügung. 

Bockenheim

Frankfurt: Neue Räume für Frauen- und Mädchenbüro Milena

  • schließen

Im November zieht die Einrichtung an die Große Seestraße. Ab 2021 läuft die jährliche Förderung aus - ob dann die Stadt einspringt, ist noch offen.

„Milena hilft allen Frauen.“ Rezai sagt diesen Satz mit Nachdruck. Seit vier Jahren besucht sie das 2014 eröffnete Frauen- und Mädchenbüro. Eine Stunde braucht die zweifache Mutter für den Weg von der Flüchtlingsunterkunft in Kalbach nach Bockenheim. „Es gibt nichts Vergleichbares in Frankfurt“, sagt die gebürtige Afghanin.

Während sie ihren Deutschkurs hat, weiß sie ihre 20 Monate alte Tochter in guter Obhut. „Linda ist ein richtiges Milena-Kind“, sagt Oksana Frei, die mit Maneesorn Koldehofe die Einrichtung leitet, deren Ziel die Integration von Mädchen und Frauen mit und ohne Fluchthintergrund ist: „Wir haben Rezai vor und während der Schwangerschaft begleitet.“

Rezai ist eine von durchschnittlich 70 Besucherinnen, die täglich das Mädchenbüro an der Rödelheimer Landstraße 13 besuchen. Vormittags stehen Sprach- und Alphabetisierungsangebote für Erwachsenen auf dem Programm, mittags die Arbeit mit Mädchen: Hausaufgabenbetreuung, Training für den beruflichen Einstieg, Deutschqualifizierung. Nachmittags könnte es weitere Angebote geben, doch fehle der Platz, sagen die Leiterinnen. Das wird sich ändern: Zum 1. November zieht Milena in die Große Seestraße 34-36 und verfügt dann über mehr als doppelt so viel Platz. Dann könne es mehr bedarfsgerechte, niedrigschwellige und offene Angebote geben.

Wie Milena aus allen Nähten platzt, davon konnte sich am Montag der Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) einen Eindruck verschaffen, der eine Spende überreichte. Über das Geld freute sich Koldehofe: „Wir brauchen jeden Cent.“ Vor allem ab 2021. Dann läuft die jährliche Förderung über 155 000 Euro durch die KfW- und die Linsenhoff-Stiftung aus, so Martina Köchling, Programmdirektorin der KfW-Stiftung. Übernehmen könnte die Stadt: Im Juli gab es ein erstes Gespräch mit Vertretern des Sozial-, Schul- und Frauendezernats – auch in Hinblick auf den städtischen Doppelhaushalt 2020/2021.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare