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Helmut Kohl 2002 in Frankfurt
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Der Flughafen soll nach Helmut Kohl benannt werden, fordert die CDU.

Römerbriefe

Neue Namen

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Die CDU will einen Helmut-Kohl-Flughafen. Wir haben bessere Ideen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Wie soll das Waldstadion eigentlich heißen, wenn die Deutsche Bank mal nicht mehr das Namensrecht hat?

Leppert: Georg-Leppert-Stadion.

Busch: Wie bescheiden von Dir.

Leppert: Was denn? Ich habe viel getan für die Stadt und die Eintracht. Und ich war nie Teil einer Spendenaffäre. Mir spendet auch niemand was. Außer Markus Frank, der hat mir mal einen Eishockey-Puck gespendet.

Sie werden es gelesen haben, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik: Die Frankfurter CDU will einen repräsentativen Ort in der Stadt nach Helmut Kohl benennen. Am besten den Flughafen. So steht es im Wahlprogramm. Auf Seite 20.

Wir finden das seltsam. Zwar zählt die CDU die Verdienste Kohls für Frankfurt auf, etwa die Ansiedlung der EZB. Na gut, aber mal ehrlich: Wusste Helmut Kohl, wie man mit dem ÖPNV von Harheim nach Sindlingen gelangt, ohne die S-Bahn zu benutzen? Wusste Kohl, dass Nied nicht die Abkürzung für Niederrad ist? Walter Wallmann wusste das alles. Also sollte die CDU doch erst einmal durchsetzen, dass irgendwas Schönes nach dem früheren Oberbürgermeister benannt wird. Oder nach Petra Roth. Wir halten es nämlich für Quatsch, dass Straßen und Plätze in Frankfurt nur nach toten Menschen benannt werden dürfen. Da haben die doch gar nichts von. Und in Sinsheim gibt es ja auch eine Dietmar-Hopp-Straße. Dabei fällt uns ein: Wo ist eigentlich der Impfstoff? Aber wir schweifen ab.

Jedenfalls hat die CDU das Thema Umbenennung für große Persönlichkeiten verbockt. Blöd gelaufen. Immerhin haben wir Tipps für die anderen Parteien, was sie fordern sollten.

SPD: Die Ausländerbehörde wird umbenannt in Sylvia-Weber-Amt. Fortan bekommen alle Kundinnen und Kunden dort eine Geschenkbox (mit ausgefülltem Mitgliedsantrag für die SPD), die Beschäftigten sprechen sechs Fremdsprachen fließend, und Markus Frank und Jan Schneider haben Hausverbot, aber die sind ja auch keine Ausländer.

Grüne: Der Günthersburgpark wird umbenannt in Marina-Ploghaus-Park. Weil nämlich: Die Grünen wollten da ursprünglich die Kleingärten plattmachen und alles bebauen, und alles wäre ganz furchtbar geworden. Aber dann kam Ploghaus, die im Nordend sehr einflussreich ist und mal Kreisvorsitzende war, und hat bei der Mitgliederversammlung gesagt: Hört mal auf mit dem Quatsch, wir sind Grüne, wir bebauen kein Grün. Das haben die Mitglieder so beschlossen. Da hat sich der Bastian Bergerhoff, der jetzt Kreisvorsitzender ist, gedacht: Shit, wie erkläre ich das jetzt den Koalitionspartnern? Aber der Presse hat er gesagt: Macht euch locker, war doch nur ein Punkt im Wahlprogramm, so sind wir Grüne, alles cool. Jedenfalls hat jetzt der Wahlkompass der FR ergeben, dass die Wähler:innen der Grünen echt keine Bebauung von versiegelten Flächen am Park wünschen. Insofern: Danke, Marina Ploghaus, alles richtiggemacht.

FDP: Das Westend, wo 90 Prozent der Anhängerschaft der FDP wohnen, wird umbenannt in Christoph-SCHNURR-Stadtteil. Der Christoph SCHNURR nämlich, der hatte ein Selbstbewusstsein, dass die Annette Rinn und der Stefan von Wangenheim nur neidisch werden können. SCHNURR, der schon mit 25 Jahren für die FDP im Bundestag saß, schrieb sich selbst in Pressemitteilungen immer in Großbuchstaben. Er sagte, das müsse so sein. Und vor der Bundestagswahl 2013 sagte er der Presse, er werde wiedergewählt, er habe „keinen Plan B“. Den brauchte er dann aber, denn die FDP flog aus dem Parlament. Seine Spur verliert sich im Gartenbaubetrieb seines Schwiegervaters in Baden-Baden.

Linke: Nichts gegen Dominike Pauli und Michael Müller. Aber der Frankfurter Linken fehlt es an Glamour. Ein Glück aber gibt es ja Janine Wissler. Die ist jetzt Bundesvorsitzende und überstrahlt alles. Das muss die Linke nutzen. Es werden Orte umbenannt, an denen es den Beschäftigten wehtut, wenn sie an Wissler denken müssen: das Janine-Wissler-Polizeipräsidium, die Wissler-Börse, der Wissler-Platz vor der Deutschen Bank...

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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