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Eine Online-Zeitung für Studierende gibt es nun an der Goethe-Universität.

Neuerung

Goethe-Uni Frankfurt: Neue Medien auf dem Campus

Studierende rufen eine unabhängige Onlinezeitung ins Leben.

Ein Video zeigt Bewegung auf dem Campus Westend: Studenten laufen über das Gelände. Darunter gelistet sind Neuigkeiten und aktuelle Artikel rund um das Leben an der Goethe-Universität. „Der Maulwurf der Vernunft zu Besuch in Frankfurt“, so lautet die Schlagzeile zum Besuch des bekannten Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas am Campus. All das findet sich in der Onlinezeitung „Frankfurt am Sein“, kurz FaSe.

Die Mischung aus Bewegtbild und Text lässt Leser gleichermaßen über die Startseite der studentischen Onlinezeitung wie über den Campus flanieren. Erste Schritte im Journalismus machen und gleichzeitig informieren, das wollen Niklas Bessenbach und Nico Stange, die Gründer der Onlinezeitung. Wichtig ist ihnen dabei, unabhängig zu sein und sich abzuheben. Sie haben sich informiert: Es gäbe einen Radiosender und eine TV-Produktion am Campus, sowie die Zeitung des Allgemeinen Studierendenausschusses (ASTA) und der Uni selbst, „aber eine Onlinezeitung, so ohne politisches Motiv und irgendwie unabhängig gabs noch nicht“, sagt Nico Stange.

Kennengelernt haben sie sich 2017 im Masterstudium der Politikwissenschaft (Stange) und der Politischen Theorie (Bessenbach). Im Journalismus sehen sie ihre Zukunft. Warum also nicht bereits im Studium loslegen? Lange überlegt haben sie nicht, sondern umgehend einen Antrag auf Fördermittel an die Uni gestellt. Die Webseite haben sie sogar ohne auf die beantragten 450 Euro zu warten im Mai 2018 online gestellt. Was Bessenbach liebevoll als „Tüftelwerkstatt“ bezeichnet, scheint heute optisch weit darüber hinaus zu gehen. Auf der klar strukturierten Startseite können Besucher neben den angezeigten Neuigkeiten zwischen den Themenbereichen Campus, Frankfurt, Gesellschaft und Kultur wählen. Mit einem Klick lassen sich weitere Artikel zum Nachlesen finden. Noch sind ein Großteil der Beiträge von den Gründern selbst verfasst.

Die zwei Gründer: Nico Stange (l.) und Niklas Bessenbach (r.) auf dem Campus Westend.

Ziel ist, „jede Woche drei Meldungen und zwei längere Berichte online zu stellen“, sagt Bessenbach. Außerdem werden ab jetzt die Social-Media-Kanäle stärker bespielt, „vor allem Instagram“, erklärt Stange. Das Team der Redaktion, bestehend aus bisher fünf bis zehn Leuten, hat weitere Verbündete gefunden, so dass an der Umsetzung dieser Vorhaben verstärkt gearbeitet wird, „um schnell zu sein und in einer breiteren Masse über das informieren zu können, was Studenten so bewegt“, sagt Bessenbach. „Und auch mal kleineren Themen eine Chance zu geben“, ergänzt Stange.

Dafür trifft sich das Team ein Mal wöchentlich zur Redaktionssitzung und diskutiert Themen für die kommende Woche. Von überfüllten Seminarräumen, überhöhten Mietpreisen bis hin zu hochschulpolitischen Themen wird hier in viele Richtungen gedacht. Wenn ein Artikel fertiggestellt ist, kontrolliert ein Schlussredakteur vor der Veröffentlichung – aktuell meistens Stange oder Bessenbach.

Auch hier werden in Zukunft verstärkt „redaktionelle Strukturen eingeführt, mit wechselndem Schlussredakteur“, strebt Bessenbach an. Außerdem versuchen Stange und Bessenbach, das Projekt Frankfurt am Sein offiziell als „studentische Initiative“ von der Goethe-Universität anerkennen zu lassen. Das würde bedeuten, dass das Projekt auf der Webseite der Uni Frankfurt erscheint und die Arbeit von Studierenden in der Redaktion mit Leistungspunkten im Studium anerkannt werden könnten.

„Außerdem würden wir einen festen Raum zugeteilt bekommen für unsere Redaktionssitzungen“, sagt Stange, während er neben seinem Gründerkollegen im Baumschatten auf dem Campus Westend sitzt – beide noch immer voller Tatendrang und selbstverständlich ausgestattet mit einem Laptop.

„Mitmachen kann jeder der Lust hat, sich journalistisch auszuprobieren, man kann sich einfach über das Kontaktformular auf der Onlineseite oder Facebook melden“ sagt Stange. Und was sich die beiden am meisten für die Zukunft von Frankfurt am Sein wünschen? „Das ist ganz klar“, sagt Bessenbach, „dass FaSe nach unserem Masterabschluss im Spätsommer 2020 weitergeführt wird und eine ernstzunehmende Stimme am Campus ist!“

Die Studi-Zeitung im Netz: www.frankfurt-am-sein.de

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