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Winfried Naß kennt jedes Detail der Riesenbaustelle und kann es erklären. michelle spillner
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Winfried Naß kennt jedes Detail der Riesenbaustelle und kann es erklären. michelle spillner

Frankfurt

DFB-Campus: „Neue Heimat des deutschen Spitzenfußballs“ in Frankfurt

Der neue DFB-Campus auf dem ehemaligen Rennbahn-Gelände soll Mitte 2022 fertig sein.

Frankfurt - In elf Monaten – und damit knapp ein halbes Jahr später als geplant – soll der Campus des Deutschen Fußballbundes (DFB) nach 39 Monaten Bauzeit fertig sein. Es ist das größte Investitionsprojekt in der Geschichte des DFB. Schon im Februar sollen die ersten Mitarbeiter einziehen.

Im Moment geht es mit Riesenschritten voran. Auf dem 15 Hektar großen Gelände in Frankfurt – davon Teile des früheren Rennbahngeländes – ist in den vergangenen Monaten ein Gebäudeteil mit insgesamt mehr als 49 000 Quadratmetern entstanden. 307 Meter ist es lang, und es gibt einen Gang, der sich komplett hindurchzieht: genannt „der Boulevard“. Auf dem Gelände werden die Verwaltung des DFB – der Landesverbände und ihrer Vereine und des DFB e. V. – und die DFB-Akademie einziehen. Es gibt Büros, Konferenz- und Schulungsräume, einen 191 Quadratmeter großen Pressekonferenzsaal, Trainingseinrichtungen, Sportanlagen, Bistro, Fitnessbereich und High-Tech-Performance-Center, ein Parkhaus mit 345 Stellplätzen, 200 Fahrradabstellplätze, Stromtankstellen für Autos und E-Bikes – um nur ein paar Elemente zu nennen.

DFB-Zentrum in Frankfurt: Rohbau ist abgeschlossen

Auf fast 30 000 Quadratmetern werden dreieinhalb Naturrasenplätze angelegt. Die Flutlichtmasten stehen schon. In der riesigen Kunstrasenhalle im Normalmaß liegt bereits der Boden. Sie ist allein schon ein architektonisches Meisterwerk: kein Pfeiler darf den Platz stören. Möglich machen es 75 Meter lange Stahlträger.

Der Rohbau ist abgeschlossen, die letzten Fenster werden eingesetzt. Es macht den Eindruck, als müssten die 33 Übernachtungszimmer mit Blick auf die Rasenplätze eigentlich nur noch einmal durchgewischt und möbliert werden. Am 30. Juni 2022 soll das 150 Millionen Euro teure Großprojekt fertiggestellt sein.

DFB-Campus in Frankfurt: „neue Heimat des deutschen Spitzenfußballs“

Der DFB-Campus soll „die neue Heimat des deutschen Spitzenfußballs“ werden, wie es DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge formuliert. Auf dem Campus werden Verwaltung und Sport zusammengeführt, was mit modernsten Ansätzen ein effizienteres Arbeiten, Innovationsfähigkeit, Kreativität und letztlich die Qualität des deutschen Fußballs fördern soll.

Tobias Haupt, Leiter der DFB-Akademie, kann es kaum erwarten einzuziehen. Wenn er über die Baustelle gehe, dann wecke das eine Riesenvorfreude: „Wir arbeiten ja schon seit über drei Jahren inhaltlich an den Themen, haben schon viel aufgebaut.“ Jetzt werde eine Aufbruchstimmung immer spürbarer. Die ersten Lehrgänge für Trainer- und Schiedsrichter und die 17 Auswahlmannschaften des DFB rücken in greifbare Nähe.

Frankfurt: DFB-Campus auch in Sachen Corona auf dem modernsten Stand

Winfried Naß leitet das Bauprojekt. Er war auch schon für den Bau der neuen Arena im Stadtwald zuständig, war Geschäftsführer der städtischen Stadion GmbH und Leiter der Außenstelle des Organisationskomitees der Fußball-WM 2006. Er wirkt tiefenentspannt. Beim Gang über die Baustelle fallen ihm nur ein paar Kleinigkeiten auf, die er notiert: „Wir bauen im Standard KFW 55, wir sind fast im Massivhaus-Bereich, und wir haben trotzdem das ganze Haus mit Ausnahme der großen Fußballhalle als Versammlungsstätte für bis zu 1500 Personen ausgebaut“, erklärt er. Das bringe besondere Anforderungen mit sich, unter anderem an den Brandschutz. Man sei auf dem modernsten Standard, etwa bei der Belüftungsanlage mit Frischluftansaugung, für die man sich noch vor Corona entschieden habe.

Aufgrund der pandemischen Situation wurden 30 Waschbecken mehr eingebaut, nennt er eine Erweiterung. Bei einem solchen Projekt gibt es natürlich immer Änderungen, Anpassungen oder Ergänzungen, aber die hielten sich hier deutlich in Grenzen: „Bei den eingereichten Nachträgen sind wir im Moment unter hundert. Zum Vergleich – ich habe ja den Stadionbau begleitet, da waren wir bei 1100 Nachträgen.“ Der Kostenrahmen werde also voraussichtlich eingehalten.

Winfried Naß kennt jeden Winkel in dem beeindruckend großen Gebäude, in dem man sich ohne geleitete Baustellenführung vermutlich verlaufen würde. Dort werden die Umkleideräume sein, da die Sauna, freie Workspaces, wohnzimmerartige Lobbybereiche, die Laufstrecke, dort die Dolmetscherkabinen, das Kältebecken. Oben der Balkon, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die Skyline hat, und direkt vorm Fenster die alte Eiche, um die herumgebaut wurde, um sie zu erhalten. Winfried Naß hat alles im Kopf und einen Faible fürs Detail. Lächelnd sagt er: „Die Adresse des Haupteingangs wird Kennedyallee 274 sein. 74 sind wir zum zweiten Mal Weltmeister geworden.“

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