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Neue Eintracht-Turnhalle: Mit Schnitzelgrube und Zisterne

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Von: Timur Tinç

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Die neue Turnhalle von Eintracht Frankfurt am Riederwald wird von außen mit Holzlatten verkleidet.
Die neue Turnhalle von Eintracht Frankfurt am Riederwald wird von außen mit Holzlatten verkleidet. © Julia Klaus Fotografie

Am Riederwald entsteht am Tennisgelände von Eintracht Frankfurt eine neue Halle für Sportakrobatik. Im April soll der vier Millionen Euro teure Neubau eröffnet werden.

Ein meterlanger oranger Schlauch zieht sich durch den Turnhallenneubau auf dem Tennisgelände von Eintracht Frankfurt am Riederwald. In den Raum, der künftig als Gaststätte dient, wird seit einigen Tagen unentwegt Luft gepustet. „Durch das Dach ist leider etwas Wasser eingedrungen“, erklärt Michael Otto, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der Eintracht und verantwortlich für den Neubau. Bevor der Estrich aufgetragen werde, müsse alles trocken sein.

Trotzdem liegt die Eintracht voll im Zeitplan. Für Mitte April ist die Eröffnung der Halle vorgesehen, die vornehmlich von der Sportakrobatikabteilung genutzt werden soll. „Wir haben eine sehr engagierte Spartenleitung“, sagt Otto. Außerdem befindet sich der Verein in „guten Gesprächen“, um Bundesstützpunkt für Sportakrobatik zu werden. Eine ähnliche Halle steht bislang nur in Leipzig.

Die Halle ist im Erdgeschoss 602 Quadratmeter groß, die Deckenhöhe beträgt sieben Meter. Büros und Funktionsgebäude umfassen 644 Quadratmeter. Zur Besonderheit gehört ein weicherer Bodenbelag als in normalen Sporthallen. Außerdem gibt es an den hinteren Enden zwei sogenannte Schnitzelgruben – in die noch leeren Betongruben werden Schaumstoffschnitzel gefüllt, um darin Salti oder andere Kunstsprünge zu üben. Außerdem wird auch noch ein Soundsystem in die Halle integriert, da die Sportakrobat:innen viel mit Musik arbeiten.

Der Neubau soll aber allen im Verein zugutekommen. „Für mich ist wichtig, dass wir alles zusammenführen“, erklärt Otto, der früher die Tennisabteilung leitete. „Der Bereich hier war immer das Tennisgelände. Wir sind eine Eintracht. Wir sind eine Familie. Und das leben wir auch.“ Zusammengeführt werden soll die Familie auf der Terrasse, die direkt an die Tennisplätze angrenzt. Sportakrobatik und Tennis bekommen eigene Büros im ersten Obergeschoss, die Triathlet:innen Geräte für Leistungsdiagnostik.

Auch ökologisch wird alles auf einen modernen Standard gebracht. „Früher gab es hier zwei Öltanks und zwei Flüssiggas-tanks“, berichtet Otto. Nun werde auf Erdgas umgestellt. Von der Pestalozzischule wurde eine 500 Meter lange Gasleitung bis zur Halle verlegt. Zudem werden die Stromleitungen erneuert und neues Glasfaserkabel verlegt.

Ökologisch sei das Gebäude ein Quantensprung zu dem alten Bau aus dem Jahr 1955. Das Dach hat eine Photovoltaikanlage, es wird begrünt. Und im Boden befindet sich eine Zisterne, die 35 000 Liter Wasser aufnehmen kann und aus der das Gelände bewässert werden soll. Zudem gibt es zahlreiche Fahrradständer und Ladesäulen für E-Autos.

Vier Millionen Euro kostet das Projekt. Ein Drittel wird über Spenden finanziert, ein weiteres Drittel übernimmt die Stadt Frankfurt mit Fördergeldern und den Rest zahlt der Verein. Von der Teuerungsrate im Baugewerbe ist der Neubau verschont geblieben, da die Verträge frühzeitig geschlossen wurden.

Etwas ärgerlich fand Otto, dass er mit der Stadt Frankfurt an einigen Stellen herumzackern musste und er das Gefühl hatte, ihm würden ein paar Steine in den Weg gelegt. Unter anderem sei er gefragt worden, ob ein Ausgusswaschbecken im ersten Stock, das 300 Euro kostet, unbedingt sein müsse.

Eine Halle zu betreiben, sei für jeden Verein ein Zuschussgeschäft. „Wir wollen damit etwas Positives bewirken“, betont Otto. Auch Schulen könnten die Turnhalle nutzen. Hallenzeiten sind in Frankfurt bekanntlich ein knappes Gut.

Durch den meterlangen Schlauch wird warme Luft ins Innener gepumpt.
Durch den meterlangen Schlauch wird warme Luft ins Innener gepumpt. © Julia Klaus Fotografie

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