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Von heute an gilt die erweiterte Maskenpflicht.
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Von heute an gilt die erweiterte Maskenpflicht.

Pandemie

Keine Engpässe bei Masken

  • vonBrüggemann
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  • Jutta Rippegather
    Jutta Rippegather
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Auch wenn ab Samstag medizinische Masken vielerorts Pflicht sind, erwartet der Handel keine Engpässe. Politik und Sozialverbände sorgen sich hingegen um Geringverdiener.

Sie suchen nach Atemschutzmasken oder Desinfektionsmittel? Wir haben in reichlichen Mengen auf Lager“, steht auf der Website der Frankfurter Einhorn-Apotheke. Es gebe einen deutlichen Anstieg der Nachfrage, insbesondere nach FFP-2-Masken, sagt Inhaber Udo Herrmanns. Auch in mehreren Märkten der Drogeriekette Rossmann, etwa in den Filialen am Roßmarkt und in der Kaiserstraße, sind am Freitag genügend medizinische Masken auf Lager. Sie sind vom heutigen Samstag in Hessen Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und auch in Gottesdiensten.

Preise variieren stark

Je nach Markt oder Apotheke können Kund:innen entweder ein Einheitsmodell des FFP-2-Typs erwerben oder zwischen verschiedenen Modellen wählen. „Geprüft sind sie gleich, nur die Hersteller variieren“, sagt eine Mitarbeiterin der Apfel-Apotheke. Ein Vergleich lohnt sich. Die Preise variieren zum Teil erheblich – und sinken mit zunehmender Stückzahl.

Gleiches gilt für die weit weniger gefragten OP-Masken. In der Brockschen-Apotheke kosten zehn Stück 9,95 Euro, in der Rossmann-Filiale am Roßmarkt lediglich 5,79 Euro. Den Unterschied begründet der lnhaber der Einhorn-Apotheke mit dem Herstellungsort. Er kaufe seine Ware in Deutschland ein, das mache sie teurer. Auch gebe es deutliche Qualitätsunterschiede etwa beim Gummizug oder wie die Masken auf der Haut anlägen.

Diese Corona-regeln gelten ab Samstag in Hessen

Erweiterte Maskenpflicht: Sowohl beim Bus- und Bahnfahren wie auch beim Einkaufen können die empfohlenen Mindestabstände nicht immer sicher eingehalten werden. Daher müssen in beiden Bereichen zukünftig medizinische Masken getragen werden. Neben FFP2-Masken zählen dazu auch OP-Masken. Diese Masken schützen besser vor einer Übertragung des Virus als einfache Stoffmasken. Wer nicht allein seine Mitmenschen, sondern sich selbst schützen will, sollte zur wesentlich teureren FFP2-Maske greifen. Auch in Gottesdiensten müssen medizinische Masken getragen werden. Die Pflicht gilt auch am Platz, obwohl ein 1,5 Meter Mindestabstand eingehalten werden muss. Der Gemeindegesang bleibt trotz Maskenpflicht untersagt.

Schulen und Kinderbetreuung: Die hessischen Regelungen zu Schulen und Kinderbetreuung bleiben bestehen. Schüler sollen bis Klasse 6, wo immer möglich, dem Präsenzunterricht fernbleiben. Ab Jahrgangsstufe 7 gibt es mit der Ausnahme von Abschlussklassen Distanzunterricht. Klassenarbeiten finden in der Regel nicht statt. Auch für Kitas gilt weiterhin: Eltern sollen – wo immer möglich - ihre Kinder zu Hause betreuen. Es ist weiterhin erlaubt, dass sich bis zu drei Familien zu Betreuungsgemeinschaften zusammenschließen und im Wechsel die Kinderbetreuung übernehmen.

Homeoffice: Um soziale Kontakte weiter zu reduzieren, soll auch in Hessen das Arbeiten im Homeoffice ausgeweitet werden. Auch die Landesverwaltung wird entsprechende Anstrengungen erhöhen, um den Homeoffice-Anteil weiter zu steigern.

Alten- und Pflegeheime: Besucher dürfen Alten- und Pflegeheime nur betreten, wenn sie einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Einreisen: Wer aus einem Coronavirus-Variantengebiet nach Hessen einreist, muss sich unmittelbar in Quarantäne begeben. Eine Testung zur Beendung der Quarantäne ist frühestens nach fünf Tagen möglich. Ausnahmen gibt es ausschließlich für Personen, die grenzüberschreitend Waren oder Personen befördern oder zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens dringend erforderlich sind und sich weniger als 72 Stunden dort aufgehalten haben. Auch eine Corona-Impfung oder durchlaufene Erkrankung befreit nicht von der Quarantäneverpflichtung. Zu den Coronavirus-Variantengebieten zählen derzeit insbesondere Großbritannien und Südafrika, weil dort das mutierte Coronavirus verstärkt aufgetreten ist.

Alkoholverbot in der Öffentlichkeit: Es bleibt verboten, auf belebten öffentlichen Plätzen Alkohol zu trinken. Die entsprechenden Plätze und Einrichtungen werden vor Ort festgelegt.

Ausflugsorte: Ab 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage sind von den Kreisen und kreisfreien Städten publikumsträchtige Ausflugsziele durch geeignete Maßnahmen zu sperren, in dem Parkplätze gesperrt werden oder das Betreten der Ausflugziele verboten wird. Die bisherige 15-Kilometer-Radiusregelung entfällt. Diese Sperrungen sowie nächtliche Ausgangssperren sind auch zu prüfen, wenn eine Reduzierung des Sieben-Tage-Werts auf 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner bis Mitte Februar auf andere Weise nicht realistisch ist. (dpa/jur)

Sowohl die Einhorn-Apotheke als auch die Brocksche-Apotheke oder die Apotheke an der Warte geben an, dass die Abgabe der vom Bund zugesagten sechs FFP-2-Masken für über 60-Jährige oder Menschen mit Vorerkrankungen schleppend anlaufe. Obwohl die Hälfte der ersten Vergabeperiode bereits vergangen sei, hätten nur sehr wenige Menschen den nötigen Bescheid ihrer Krankenversicherung zugeschickt bekommen.

Der Grund liegt nach FR-Recherchen in der Bundesdruckerei, die die Gutscheine auf fälschungssicherem Papier herstellen muss, von dem nicht genug vorhanden ist. Auch die Mutter von Claudia C. wartet darauf. ,„Sie ist Rentnerin und hat auch nach Aufforderung bislang nichts von ihrer Krankenkasse erhalten“, berichtete die Kundin der Brockschen-Apotheke.

Unterdes warnen Stimmen aus Politik und Sozialverbänden vor einer Ausgrenzung von Menschen mit geringem Einkommen. Die vom Land angekündigte Absicht, eine Million Masken über die Tafeln zu verteilen, sei ein „erster guter Schritt, aber bei weitem nicht ausreichend“, sagt Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen. Auch andere soziale Organisationen sollten kurzfristig Masken bekommen – etwa Einrichtungen der Drogen- und Wohnungslosenhilfe wie Teestuben, Tagesaufenthalts- und Beratungsstellen. Bewohner:innen von Sammelunterkünften für Geflüchtete dürften ebenfalls nicht vergessen werden. Darüber hinaus fordert der Paritätische das Land auf, allen Empfänger:innen von Grundsicherung unbürokratisch einen Aufschlag von 25 Euro monatlich für Masken und Desinfektionsmittel zu bewilligen.

Tafeln sind überrumpelt

Nancy Faeser, die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, sieht die Verantwortung beim Bund. Der müsse Beziehern der Grundsicherung kostenlose FFP-2-Masken zur Verfügung stellen. „Der Regelsatz sieht gerade einmal 17 Euro im Monat für Hygiene- und Medizinartikel vor. Damit lassen sich die zusätzlichen Ausgaben nicht bewältigen“, sagt Faeser. Eine Million Masken reichten nicht aus. Auch sei die Verteilung durch die Tafeln ein Problem, warnt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christiane Böhm. „Nach Auskunft des Landesverbands der hessischen Tafeln sind diese vor vollendete Tatsachen gestellt worden und wissen bis heute nicht, wie dies realisiert werden soll.“

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