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René Erdmann in seinem umgebauten Laden.

Bornheim

Neue Brillen auf der Berger

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Der Optiker René Erdmann hat sein eigenes Geschäft eröffnet.

René Erdmann ist noch nicht lange im Stadtteil. Doch auch wenn der 39-jährige Optiker sein Geschäft „Brillen für Bornheim and friends“ erst Ende vergangenen Jahres auf der Berger Straße eröffnet hat, glaubt er schon zu wissen, wie die Menschen ticken: „Bornheim hat seine eigene Geschichte – und die Menschen hier sind stolz darauf.“

Erdmann ist gelernter Augenoptiker. Seinen Meister hat er in Köln abgelegt. Berufsbegleitend hat er ein BWL-Studium absolviert. Eigentlich kommt er aus Berlin, seit acht Jahren lebt er inzwischen in Frankfurt, das er „lieben und schätzen gelernt“ habe. Dass die Mainmetropole kleiner ist als die Hauptstadt sei kein Nachteil. Im Gegenteil. „Es ist familiärer, heimeliger.“ Alles liege nah beieinander. Mit seiner Familie hat er sich in Sachsenhausen niedergelassen.

Die vergangenen zehn Jahre hat Erdmann in der Optik-Industrie gearbeitet. Jetzt habe er sich für ein eigenes Brillengeschäft entschieden. Mit drei Kindern sei es schöner, mehr Zeit Zuhause verbringen zu können. Auch habe er sich mit dem eigenen Laden ein „kleines Reich“ aufbauen wollen. „Ich wollte in Frankfurt ankommen und sesshaft werden.“

Wert auf Nachhaltigkeit

Das gestaltete sich zunächst als gar nicht so einfach. Anfang vergangenen Jahres habe er begonnen, nach einem geeigneten Laden zu suchen, den er übernehmen kann. Stadtweit hab er nach einem Optiker-Geschäft mit Tradition Ausschau gehalten, das sich lohne, bewahrt zu werden. Fündig wurde er an der Berger Straße 213. „Ich habe mir gedacht, dass es schade wäre, wenn hier der nächste Handyladen oder ein Nagelstudio reinkommt.“ Seit rund 70 Jahren habe es an der Stelle einen Optiker gegeben. Der Laden mit den Klinker-Steinen an den Wände habe Charme. „Da kann man viel daraus machen.“

Im Oktober hat der 39-Jährige das Geschäft übernommen und umgebaut. Weg sind die klassischen Wände, in denen die Brillen meist aufgereiht hängen. Erdmann präsentiert seine Modelle in Auslagen auf schlichten, hölzernen Tischen – um die Hemmschwelle zu senken, erklärt er. Hinter dem hellen Verkaufsraum befindet sich eine voll ausgestattete Werkstatt. „Wir wollen alle Arbeiten vor Ort leisten“, sagt er. Unterstützt wird er von zwei ausgebildete Optikerinnen.

Wert lege er zudem auf Nachhaltigkeit. Das bedeutet für Erdmann einerseits, dass er Naturstrom nutzt. Andrerseits versuche er, regionale Händler zu stärken. „Wir fragen, wo etwas herkommt und wie es gefertigt wird.“ Wichtig sei ihm auch, nicht bei Großkonzernen zu kaufen, sondern möglichst mit mittelständischen Unternehmen zusammenzuarbeiten. „Wir wählen aus, was passt, und wo Qualität und Preis stimmen.“

Brillen für Bornheim and friends, Berger Straße 213, hat montags bis freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, samstags nur bis 14.30 Uhr; Telefon 45 31 34, E-Mail info@brillenfuerbornheim.de.

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