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Frankfurt-Ost

Neue Becher im Umlauf

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Vierzig Cafés beteiligen sich an einem Mehrwegsystem für Coffee-to-go-Becher in Bornheim und im Nordend. Weitere Stadtteile bekunden Interesse.

In vielen Cafés in Bornheim und im Nordend gibt es seit kurzem ein einheitliches Pfandsystem für wiederverwertbare Coffee-to-go-Becher. Rund 40 Gastronomen und mehr als 170 Bürger beteiligen sich am Pilotprojekt „Cup2gether“, das die gemeinnützigen Organisation „Lust auf besser leben“ und die Kommunikationsagentur „Von wegen“ angestoßen haben (die FR berichtete).

„Die Resonanz von Bürgern und Cafés war so überwältigend, dass wir die zweite Phase vorgezogen haben“, sagt die Geschäftsführerin von „Lust auf besser leben“, Alexandra von Winning. Ursprünglich sollte drei Monate lang für das Projekt die Werbetrommel gerührt werden. 100 „Becherbotschafter“ wollten die Initiatoren als Multiplikatoren finden. Als sich nach der Hälfte der Zeit bereits 170 angemeldet und mehr als 40 Cafés ihre Teilnahme zugesagt hatten, „haben wir das Projekt gestartet“.

In den kommenden 100 Tagen soll getestet werden, wie ein nachhaltiges Mehrwegsystem dauerhaft eingerichtet werden kann, um die Umwelt zu schützen, sagt von Winning. Insgesamt 3000 in Hanau produzierte Becher aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen in den Farben grau, pink und grün sind für den Test im Umlauf. Gesponsert wurden sie vom Wirtschaftsdezernat, dem Rat für nachhaltige Entwicklung und der Deutschen Postcode Lotterie.

Weitere Tester gesucht

Mehr als die Hälfte der Becherbotschafter haben angekündigt, das System testen zu wollen. Weitere können sich im Internet unter www.cup2gether.de registrieren. Sie sollen beim Kauf eines Mitnehmkaffees in einem der beteiligten Cafés kostenlos einen Becher erhalten. Geben sie die portable Tasse zurück, erhalten sie eine hölzerne Münze – die sie beim nächsten Kaffee wieder eintauschen können.

„Bis zum 15. Juli werden wir Testern und Cafés regelmäßig Fragen stellen, um ein tragfähiges Pfandsystem mit Leihbechern aufzuziehen“, sagt Claudia Schäfer, Geschäftsführerin der Agentur „Von wegen“. Dabei soll sich zeigen, ob das Pfand-System wirklich funktioniert oder die Kunstharztasse eher als Mehrweg-Becher genutzt wird. Außerdem soll die Testphase klären, wie ein langfristiges Konzept aussehen muss, um die Initiative zu festigen.

Die Café-Betreiber haben dazu eine Arbeitsgruppe gebildet, die etwa schaut wie viele Becher wie lange in Umlauf bleiben und klärt, wie hoch die Kosten für den Nachkauf von Ersatzbechern sind. Auch die Frage der Logistik müsse geklärt werden. Während der Testphase werden die Becher mit Lasträdern zu den beteiligten Cafés gefahren – gesponsert vom Frankfurter Energiereferat.

Wenn das System in Bornheim und Nordend gut angenommen wird, „würden wir es gerne auf andere Stadtteile ausweiten“, sagt von Winning. Es gebe bereits erste Gespräche mit Interessierten.

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