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Gymnasiastinnen und Gymnasiasten mit besonderen Schultüten. Zumindest fürs Rollenspiel.

Riedberg

Neinsagen lernen

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Das Präventionsprojekt der Deutschen Herzstiftung stärkt Schüler gegen Suchtgefahr.

Koks, Alkohol und Drogen vertreiben Kummer und Sorgen“, verkündet der sichtlich gut gelaunte James von der Schulbühne in der Aula des Gymnasium Riedbergs herab. Gemeinsam mit seinen Freunden Jay und Matt will er zu Beginn der Sommerferien dem von ihnen als „Streber“ titulierten Kevin heute mal zeigen, „wie man so richtig feiert“.

Fortan lassen sie den Hochprozentigem kreisen. Während sich der ungeübte Kevin schnell im Delirium befindet, kriegen sich die Saufkumpane Jay und Matt in die Haare, gehen so lange mit Fäusten und Messern aufeinander los, bis sie genauso regungslos wie Kevin am Boden liegen. Mit nun ernster Miene wendet sich der bis zum Schluss stehengebliebene James erneut an das Publikum, sagt: „Lasst das Konsumieren von Alkohol und anderen Drogen“ – und geht unter großem Applaus ab.

Der Auftritt von James, Jay, Kevin und Matt aus der E-Phase des Gymnasium Riedbergs ist nur eine von mehreren Theaterszenen, die zur Auftaktveranstaltung des Projektes „Rauchzeichen Reloaded“ in der Aula des Gymnasiums gezeigt werden. Das viertägige Projekt der Deutschen Herzstiftung zum Thema „Sucht und selbstschädigendes Verhalten bei Jugendlichen“ richtet sich an Schüler der neunten Klasse.

Die selbst erarbeiteten Theaterszenen der älteren Mitschüler dienen dabei als lockerer Einstieg, um sich im Anschluss umfangreicher mit den aufgeworfenen Problembereichen, angefangen von Drogenkonsum über Mobbing bis hin zu Stress mit den Eltern, zu beschäftigen. Im weiteren Projektverlauf vertiefen die Neuntklässler dann in ihren Klassenverbänden die Auseinandersetzung mit den von ihnen gewünschten Schwerpunkten, wie Projektleiterin Jule Thomas von der Deutschen Herzstiftung erzählt.

Durch die Form von Rollenspielen und anschließenden Diskussionen soll dabei eine intensive Involvierung und Bearbeitung der Inhalte ermöglicht werden. „Die Jugendlichen können sich gefahrlos in eine andere Perspektive begeben, neue Einblicke in die Bedingungen und die Folgen ihres Verhaltens erlangen und daraus lernen“, fasst Thomas das Konzept zusammen.

Bevor es für die Rollenspielphase zurück in die Klassenverbände geht, erläutert Thomas den Schülern anhand einer Präsentation noch die neurowissenschaftlichen Hintergründe von Suchtverhalten. Dabei betont sie ebenfalls den Einfluss, den sowohl verschiedene Drogen, aber auch andere Suchterkrankungen, wie etwa Magersucht, auf die Gehirnentwicklung von Teenagern nehmen können.

„Doch wir sind Menschen und wir haben Wahlmöglichkeiten“, gibt sie ihren jungen Zuhörern mit auf den Weg. Eben diese Wahlmöglichkeit ist es auch, die laut Katrin Heeg, Suchtbeauftragte der Schule, das Projekt so wertvoll mache. „Wir möchten den Schülern vermitteln, dass es wichtig ist, für sich selbst und seine Gesundheit einzustehen und „Nein“ sagen zu können“, so Heeg abschließend.

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