Erinnerung

Nein

Felix geht nicht von Bord

„Ich weiß nicht, ob Du es schon gehört hast…“, begrüßt mich ein Kollege am 14. Februar. „Der Felix Helbig…“ – meine Gedanken überlagern sofort die Worte des Kollegen: „Das kann nicht sein“, denke ich. „Felix wäre der letzte, der von Bord geht und sich einen anderen Job sucht wie es andere derzeit tun.“

Dass Felix der Rundschau in dieser schweren Zeit den Rücken kehrt, halte ich für unvorstellbar. Viel zu sehr ist er der Zeitung verbunden, mit ihr verbunden. Er war es doch, der das Redaktionsteam zusammengetrommelt hat und Optimismus verbreitet hat. Einer, der an den guten Journalismus im 21. Jahrhundert glaubt und das lebt. Der die Frankfurter Rundschau liebt und für sie lebt. So einer geht nicht von Bord.

„… ist tot“, vollendet mein Kollege seinen Satz und reißt mich aus meinen Gedanken. „Ist tot?“ Ich erstarre, begreife das nicht. Schaue in die Luft, die plötzlich einen anderen Aggregatzustand anzunehmen scheint. Statt wie sonst einfach da zu sein, leicht zu sein und mir Lebensgrundlage zu sein, erscheint sie mir in diesem Moment zäh, schwer und erdrückend. Macht jede Bewegung unmöglich. Etwas ist anders jetzt. Aber es ist außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Claudia Isabel Rittel

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