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Bernd Merkle
 wurde 79 Jahre alt. Er gehörte dem Frankfurter Nabu-Vorstand viele Jahre an.
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Bernd Merkle wurde 79 Jahre alt. Er gehörte dem Frankfurter Nabu-Vorstand viele Jahre an.

Nachruf

Naturfreund mit Herz und Witz

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Das Nabu-Urgestein Bernd Merkle ist 79-jährig gestorben. Er war weithin für seine Energie und seinen Humor bekannt.

Eigentlich war er überall. Und immer hatte Bernd Merkle etwas zu erzählen. Daheim in Zeilsheim, im Dach der St. Bartholomäuskirche, hat er es den Fledermäusen gemütlich gemacht, mit einer Luxusunterkunft, geräumig, wie sie ihresgleichen sucht. Am Bügelsee in Nieder-Eschbach hat er genauso über Zwergfledermaus und Großes Mausohr informiert wie im Anlagenring in der Innenstadt, wo er half, günstigen Wohnraum in Bestlage für die Flatterhaften zu organisieren.

Im Botanischen Garten war er jedes Jahr Ansprechpartner am Infostand des Naturschutzbunds (Nabu), im Stadtwald am Jacobiweiher kämpfte er für die wandernden Kröten. Und in Sossenheim betreute er eine Streuobstwiese im Unterfeld und lud regelmäßig zum Keltern ein.

Kurz gesagt: Ohne Bernd Merkle ist Naturschutz in Frankfurt eigentlich gar nicht denkbar. Aber nun muss es ohne ihn weitergehen – am Nikolaustag starb er 79-jährig.

Wenn es heißt: „plötzlich und unerwartet“, klingt das ab einem gewissen Alter oft vermessen. Bei Bernd Merkle trifft die Formulierung völlig zu. Der Mann war schon beinahe unglaubwürdig agil. Was auch immer er tat, ob er beispielsweise gerade eine steile Treppe durchs Kirchengebälk hinaufhuschte und dabei den weitaus jüngeren Verfolgern zurief, sie sollten bitte vorsichtig sein – Merkle steckte voller Energie. Und wenn einer die Liebe zur Natur mit einer Riesenportion Humor verbinden konnte, dann er.

Im Januar 2020 plauderte er bei der „Stunde der Wintervögel“ in Sachsenhausen im Nabu-Quartier mit den Leuten, die gekommen waren, um Vögel zu zählen. Die Sprache kam auf den Forscher und Buchautor Peter Berthold. Der sei ein versierter Imitator von Vogelstimmen, lobte Merkle auf seine unnachahmlich trockene Art: „Man kann fast sagen, er beherrscht die Vogelstimmen besser als die Vögel selbst.“

So kommt es, dass viele ein Lächeln auf den Lippen haben, wenn sie an ihn denken. Es sei nicht eklig, Kröten anzufassen, versicherte er. „Wie ein Wildlederhandschuh fühlen die sich an. Und die Viecher sind so hässlich, dass sie schon wieder schön sind.“

Jahrzehntelang setzte sich Bernd Merkle, Vorstandsmitglied beim Nabu, in Projekten für die Natur ein, brachte Meisenkästen an, machte der Miniermotte das Leben schwer. Sein Witz und seine Formulierungskünste würden fehlen, schreibt der Nabu auf seiner Internetseite: „Bernd, wir vermissen Dich!“

Morgens machte der unermüdliche Bernd Merkle gern einen Waldlauf. Der Lauf am Nikolaustag sollte sein letzter werden.

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