Wohnen

Nassauische Heimstätte will Mikrohäuser testen

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Eine Lösung für das Wohnungsproblem? Die Nassauische Heimstätte sucht in einem Wettbewerb einen Prototyp für Mikrohäuser, die dann in Frankfurt stehen könnten.

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt will Wohnraum schaffen, in dem sie übergangsweise Mikrohäuser auf unbebaute Flächen stellt. Das hat die größte hessische Wohnungsbaugesellschaft am Mittwoch angekündigt. Mit einem internationalen Wettbewerb ruft sie nun dazu auf, ein Haus mit maximal 20 Quadratmetern Wohnfläche zu entwerfen, das nicht nur transportabel und energieautark, sondern im Innern auch mit „smarter“ Technologie ausgestattet sein soll. Die Nassauische Heimstätte will die beste Idee in die Realität umsetzen. „Dann möchten wir in einem Feldversuch herausfinden, ob das Haus serienfähig ist“, sagt der leitende Geschäftsführer der Gesellschaft, Thomas Hain.

Geplant ist ein zweistufiger Wettbewerb. Bis 17. November können Teilnahmeanträge eingereicht werden. Die besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen dann zu einem Planungswettbewerb eingeladen werden, in dessen Verlauf die Entwürfe ausgearbeitet und neu bewertet werden. Die Nassauische Heimstätte hofft, auf diese Weise einen Prototyp zu finden, dessen Bau nach Angaben der Projektleiterin Virginia-Annabelle Andres im Sommer 2021 beginnen könnte.

Neueste Technik gewünscht

Die Wohnungsgesellschaft stellt sich vor, dass der Prototyp in Modulbauweise und unter Einsatz von 3D-Druck-Technologie entsteht. Sie legt Wert auf eine autarke Energieversorgung und eine größtmögliche Einbindung neuester Verfahren der Informations-, Kommunikations- und Sensortechnologie. Dabei könne es sich etwa um einen schlüssellosen Zugang oder Blockchain-Systeme handeln, sagt der für Frankfurt zuständige Regionalcenterleiter Holger Lack.

Mögliche Standorte für die maximal vier Meter hohen Häuschen hat die Nassauische Heimstätte bereits ausgesucht. Diese sollen in den Frankfurter Siedlungen an der Melibocusstraße in Niederrad und an der Albert-Schweitzer-Straße in Nieder-Eschbach Platz finden. Diese Siedlungen böten viele freie Flächen, könnten aber nicht ohne weiteres ergänzt werden, sagt der für Immobilienmanagement zuständige Geschäftsführer Constantin Westphal. „Diese Lücke könnten die kleinen Häuser schließen.“

Die barrierefreien Mikrohäuser seien als temporärer Wohnraum ideal für die Bedürfnisse älterer Menschen, von Singles oder Studierenden geeignet, sagt Westphal. Beginne der Lückenschluss in den Siedlungen, könnten die Gebäude an einen neuen Standort umziehen.

Weitere Informationen online unter: www.smart-microhousing.de.

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