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Anette Günther sucht einen Schulnamen mit Vorbildfunktion.

Schule

Name für neue IGS in Frankfurt

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Die neue IGS in Frankfurt will sich nach der SPD-Abgeordneten benennen.  Der Start ins Schulleben ist der neuen Einrichtung auch geglückt.

IGS im Frankfurter Norden. „Das ist ein Name, den man loswerden muss“, sagt Anette Günther, die Leiterin der pädagogischen Planungsgruppe von besagter Schule, die im Sommer zunächst provisorisch den Betrieb in der ehemaligen Sophienschule in Frankfurt-Bockenheim aufgenommen hat.

Also hat das IGS-Team einen neuen Namen ersonnen: Johanna-Tesch-Schule. Den hat Anette Günther in der jüngsten Sitzung dem Ortsbeirat vorgestellt. Das Gremium ist zuständig für die Namensgebung von Schulen und Straßen. Günther erklärt auch, wie ihr Team auf Johanna Tesch gestoßen ist. „Wir haben jemanden gesucht, der ein Vorbild sein kann“, sagt Günther. Wenn es geht, eine Frau. Eine, die Vorreiterin für ein modernes Frauenbild ist, die politisch engagiert ist, eine Streiterin und eine Frankfurterin.

Die engagierte Frauenrechtlerin und SPD-Politikerin kam 1875 in Frankfurt zur Welt, gestorben ist sie 1945, kurz vor ihrem 70. Geburtstag, im Konzentrationslager Ravensbrück. Sie war Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und von 1920 bis 1924 Reichstagsabgeordnete. Und „eine Frau, die Gerechtigkeit wollte, die auch in der Bildung tätig war“, wie Günther sagt. Und auch noch großartig ausgesehen habe. Weiterer Pluspunkt: „Es gibt in Deutschland noch keine Schule, die so heißt.“

Den Vorschlag haben die Mitglieder der Ortsbeirats 2 wohlwollend aufgenommen. Ein formaler Beschluss folgt in der kommenden Sitzung. Die Namensgebung passe gut ins Festjahr zum 100. Geburtstag der AWO, lobt Martin Völker von der SPD. Tesch war Mitbegründerin der AWO in Frankfurt.

Die Kollegen aus dem Ortsbeirat 10 sollten in die Entscheidung mit eingebunden werden, wünscht sich Thomas Gutmann von den Grünen. Immerhin zieht die Schule ja in drei Jahren aus Bockenheim fort – nach Bonames. Auch die für Namensgebungen zuständigen Stellen der Stadt haben nichts gegen den Wunsch der Schule einzuwenden. Es gibt zwar einen Johanna-Tesch-Platz im Riederwald und eine nach dem Platz benannte U-Bahn-Station. Dennoch hat die Verwaltung keine Bedenken, dass es dadurch zu Missverständnissen kommen könnte.

So kann sich die IGS also entspannt auf ihren künftigen Namen freuen. Der Start ins Schulleben ist der neuen Einrichtung auch geglückt, sagt Günther. Sie logiere in einem „wunderbaren“ Gebäude, lobt Günther den Bau der ehemaligen Sophienschule. Allerdings wächst die sechszügige Schule schnell. Darum wird die Stadt demnächst eine dreigeschossige Containeranlage auf den Hof bauen.

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