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Busspur auf der Friedberger Landstraße - zügig am Stau vorbei.

Mobilität

Nahverkehr in Frankfurt soll schneller werden

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Stadt baut Busspuren aus, beschleunigt Bahnen an Ampeln und errichtet Leitschwellen an Bahngleisen. So will sie den ÖPNV schneller zu machen.

In Frankfurt sollen Bus und Bahn künftig schneller vorankommen. Zu diesem Zweck lässt das Verkehrsdezernat in den kommenden sechs Monaten unter anderem zwei neue Busspuren markieren.

Auf der Friedberger Landstraße sollen Busse zwischen Bodenweg und Unfallklinik in Richtung Bad Vilbel eine eigene Spur erhalten sowie auf einem Abschnitt am Heiligenstockweg in Richtung Innenstadt.

An der Bockenheimer Warte sind Busspuren auf der Zeppelinallee in Richtung Messe sowie auf der Bockenheimer Landstraße in Richtung Westbahnhof vorgesehen.

Zuletzt hatte die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq die Wirkung von Busspuren untersucht. Wie Geschäftsführer Tom Reinhold ausführte, fuhr die Buslinie 55 auf der Westerbachstraße drei Minuten flotter. Die Busspur liegt zwischen den Haltestellen Gaugrafenstraße und Wilhelm-Fay-Straße. Die Kosten für Traffiq verringerten sich um 12 000 Euro im Jahr, weil es weniger Geld für geleistete Stunden an das Busunternehmen zahlen musste.

Auf der Kurt-Schumacher-Straße halbierte sich die Fahrzeit der Linien 30 und 36 den Angaben zufolge, seitdem es die Busspur gibt. Auch seien die beiden Linien pünktlicher geworden.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte, ab 1989 habe die Stadt versucht, den öffentlichen Nahverkehr zu beschleunigen, seit Mitte der 1990er Jahre sei das Projekt ins Stocken geraten. Nun sei zu beobachten, dass der Nahverkehr sich infolge der Verkehrszunahme im Stadtgebiet teilweise verlangsamt habe.

Als besonders langsame Linien, wo Busse im Durchschnitt nur 10 bis 15 Stundenkilometer fahren, hat der Nahverkehrsplan 2025+ die Linien 33, 35, 36, 45, 64, 69, 81 ausgemacht.

Bei der Beschleunigung des Nahverkehrs sei aber nicht die Langsamkeit einzelner Linien das Kriterium, sondern die Zahl der Fahrgäste und die Dichte des Takts, sagte Reinhold. Vor allem die neuen Metrobusse, die ab 13. Dezember in Frankfurt unterwegs sein werden, will Traffiq beschleunigen. Sie fahren rund um die Uhr, auch nachts, tagsüber mindestens alle zehn Minuten.

Auch seien für die Busse der Linie 36 - ab Dezember M36 - mittlerweile 24 Ampeln vorrangig geschaltet worden, sagte er. Wenn ein Bus sich nähere, schalte die Ampel schneller auf Grün. Das komme auch der Straßenbahnlinie 12 zugute.

In diesem Herbst sollen alle Ampeln auf der Darmstädter Landstraße zwischen Wendelsplatz und Sachsenhäuser sowie zwei Anlagen im Oeder Weg eine ÖPNV-Bevorrechtigung erhalten. An den Kosten von 1,2 Millionen Euro beteiligt sich der Bund. Bis Ende 2024 sollen weitere Ampeln entlang der Linien M55, M72, M73 in Höchst, Praunheim, Niederursel einen ÖPNV-Vorzug bekommen. Damit nicht so viele Autofahrer auf Gleise fahren oder ihr Fahrzeug dort abstellen, hat Traffiq Leitschwellen an mehreren Straßen eingebaut, so auf der Mainzer Landstraße, der Münchener Straße, Hedderichstraße, Battonnstraße und am Ratsweg. Das habe die Pünktlichkeit der Linien deutlich erhöht, so Reinhold. Weitere Leitschwellen oder Markierungsnägel soll es an der Weißfrauenstraße, Textorstraße, Schweizer Straße und Eckenheimer Landstraße geben.

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