Erste S-Bahn nach Gateway Gardens, nur mit Prominenz.

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Nächster S-Bahn-Halt Gateway Gardens

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Feierstunde für die neue Station, die erst am Sonntag für das Publikum eröffnet. Die Fahrgastlobby warnt davor, nur in Frankfurt zu investieren.

Mit einem Sonderzug hat die Deutsche Bahn (DB) am Montag die neue S-Bahn-Station Gateway Gardens offiziell in Betrieb genommen. Nachdem die geladenen Gäste ausgestiegen waren, ging die Arbeit an dem unterirdischen Halt weiter. Am Sonntag soll alles fertig sein.

Ab dem Fahrplanwechsel in der Nacht zu Sonntag, 15. Dezember, halten die S-Bahnen der Linien S8 und S9 von und zum Flughafen regulär in Gateway Gardens. Die siebenwöchige Totalsperrung auf der Strecke Stadion – Flughafen Regionalbahnhof – Kelsterbach ist damit beendet. Der Regionalbahnhof ist wieder benutzbar. jur

Knapp zehn Minuten wird die Fahrt von der Frankfurter City an den Arbeitsort von rund 18 000 Beschäftigten dann dauern. Rund 13 000 Autofahrten täglich soll das 300-Millionen-Euro-Projekt ersetzen. Der neue Schienenanschluss sei ein „konkreter Beitrag zur Klima- und Mobilitätswende“, sagte Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der DB. Mit dem Infrastrukturprogramm „Frankfurt Rhein-Main plus“ setze sich die Region gemeinsam mit Bund und Bahn seit Jahren für mehr Kapazität und Qualität des Schienenverkehrs ein.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hob hervor, wie wichtig ein attraktives Bus- und Bahnangebot für die positive Entwicklung eines Standortes sei. Von einem „Quantensprung“ sprach der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat. Mit 211 Abfahrten am Tag profitierten die Fahrgäste von einem durchgängigen 15-Minuten-Takt, der sie ohne Umstieg zum Flughafen, nach Wiesbaden, Frankfurt oder Offenbach bringe. „Und die Zukunft hält mit der Regionaltangente West sogar noch mehr Verbindungen bereit.“ Die Station sei „ein Paradebeispiel, wie eine schnelle Planung und ein schneller Bau Hand in Hand gehen“ und damit Vorbild für alle weiteren Großprojekte. Auch der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sprach von einem großen Fortschritt: „So kann die Verkehrswende gelingen.“

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, dass zu viele Investitionen nach Frankfurt flössen und Regionen etwa in Mittel- und Osthessen das Nachsehen hätten. Eine oberirdische Station in Gateway Gardens wäre günstiger gewesen, sagte der Landesvorsitzende Thomas Kraft. „Für 300 Millionen Euro könnte man sechs bis sieben Bahnstrecken reaktivieren.“ Auf der Strecke nach Fulda gebe es noch Bahnsteige aus der Kaiserzeit. Angesichts steigender Fahrgastzahlen seien zudem dringend mehr Mittel für den Netzausbau sowie ausreichend große Züge nötig. (mit dpa)

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