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Vanessa Schunter vom Jugendhaus Hausen ist auch abends für die jungen Erwachsenen da.

Frankfurt-Hausen

Nachts in den Jugendtreff

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Die Einrichtungen passen sich ihrer Klientel an. Einige von ihnen sind auch am Wochenende geöffnet.

Mehrere Stunden verbringen die jungen Erwachsenen täglich im Jugendhaus Hausen. Sie quatschen miteinander, spielen Playstation oder hören Musik – manchmal alles gleichzeitig. Nach Hause gehen sie erst, wenn der Jugendclub die Tür abschließt, an einigen Tagen ist das um 22 Uhr. Und auch am Wochenende kommen sie in die Ludwig-Landmann-Straße.

„Unsere Öffnungszeiten sind auf die jeweiligen Gruppen zugeschnitten“, erklärt Jochen Wöhle vom Jugendtreff. Seit etwa fünf Jahren hat die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hausen bis in die späten Abendstunden geöffnet. Das liege auch daran, dass viele, die hierherkommen, zwischen 18 und 21 Jahre alt sind. „Da braucht man einfach andere Öffnungszeiten“, sagt Vanessa Schunter, die ebenfalls im Jugendtreff arbeitet. 

Generell werde das Jugendhaus gegen Abend voller. Die Schule dauere immer länger, dann folgen Sport und Hausaufgaben – erst danach haben viele Jugendliche Zeit, die Einrichtungen zu besuchen. Und um ihnen eine Anlaufstelle zu geben, öffnet das Jugendhaus Hausen eben auch am Samstag bis 22 Uhr. „Wenn es nach den Jugendlichen ginge, könnten wir an allen Tagen ruhig noch länger aufhaben. Und am Sonntag auch noch“, berichtet Schunter. 

Aber das Angebot funktioniere nur, weil die Mitarbeiter es auch mitgestalten. Sie sind es, die den Jugendclub am Samstagabend öffnen. Jochen Wöhle kann verstehen, dass das Samstagsangebot nicht in allen Jugendeinrichtungen Usus sei. „Ich habe Verständnis für andere, die noch Kinder zu Hause haben und das dann nicht so machen wie wir.“ Seine Frau akzeptiere es, und die Kinder seien schon aus dem Haus, erzählt der 65-Jährige.

Sandra Agel, Abteilungsleiterin im Bereich Jugend bei der AWO Frankfurt, erklärt, mit unterschiedlichen Öffnungszeiten in den verschiedenen Jugendeinrichtungen wolle man eine breite Zielgruppe erreichen. So habe in der Regel auch das Jugendhaus Gallus länger geöffnet, weil der Bedarf für die jungen Erwachsenen vorhanden sei. Generell müssen sich die Einrichtungen der Jugendarbeit an die Öffnungszeitenrichtlinie der Stadt halten. Je nach Stellenschlüssel gebe es Abende, an denen die Öffnungszeiten bis nach 20 Uhr gehen. Darüber hinaus können die Teams der Jugendeinrichtungen entscheiden, ob sie an mehr Abenden öffnen als vorgesehen.

Die Richtlinie von 2011 sieht vor, dass eine Einrichtung mit zwei städtisch geförderten Stellen 25 Stunden wöchentlich geöffnet hat, an mindestens drei Tagen auch nach 20 Uhr noch. Am Wochenende muss nicht verbindlich geöffnet werden. Bei drei Stellen sind es 29 Wochenstunden mit drei Tagen nach 20 Uhr. Dann sind aber auch zehn Öffnungstage pro Jahr am Wochenende vorgesehen.

Die AWO wendet in zwei ihrer Jugendeinrichtungen auch ein System mit Selbstverwaltung an. Dabei öffnen am Abend ehrenamtliche Mitarbeiter – meist ehemalige oder langjährige Besucher – den Jugendclub und kümmern sich um die Einhaltung der Regeln.

In einem Jahr könne aber auch die Situation in Hausen bereits wieder anders aussehen. Der Großteil der älteren Besucher ist dann beim Studium, beginnt eine Ausbildung und ist vielleicht gar nicht mehr in der Stadt. Die Prioritäten gehen dann weg vom Jugendhaus. „Und die Jugendlichen müssen ja auch mal von uns loskommen“, sagt Schunter. So werden sich die Öffnungszeiten wieder den Jugendlichen anpassen, die dann in den Jugendtreff kommen. Bei jüngeren Besuchern brauche man frühere Öffnungszeiten.

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