Elmar Unland.
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Elmar Unland.

Nachruf

Nachruf: Feinfühliger Menschenfreund

Der frühere FR-Redakteur Elmar Unland stirbt im Alter von 60 Jahren. Er war ein sensibler, feinfühliger Journalist.

Im Mittelpunkt standen immer die Menschen, wenn er schrieb, redigierte oder plante; die Menschen, um die es ging, und das Bemühen um die Fakten. Elmar Unland, langjähriger Redakteur der Frankfurter Rundschau, ist tot. Er starb, nur 60 Jahre alt, nach längerer Krankheit am Donnerstag voriger Woche. Morgen, am Freitag, wird er in Heilberscheid im Westerwald beigesetzt.

Im Oktober 1959 wurde Elmar Unland in Frankfurt geboren. In München begann er 1979 sein Studium der Politik und Geschichte, das ihn später nach Münster führte und dort zur ersten Annäherung an die FR: Seine Doktorarbeit schrieb er über das Thema „Die Dritte-Welt-Berichterstattung der Frankfurter Rundschau von 1950 bis 1985“.

Danach reihte er sich selbst in die Gruppe derjenigen ein, deren Wirken er untersucht hatte: Elmar Unland volontierte im alten Rundschau-Haus am Eschenheimer Turm in Frankfurt, wechselte dann als Redakteur in die Rhein-Main-Redaktion und schließlich 1989 als stellvertretender Leiter in die FR-Lokalredaktion Bad Homburg.

Ein sensibler, feinfühliger Redakteur

Er war „ein sensibler, feinfühliger Redakteur, der in Bad Homburg einen guten Job machte“, erinnert sich heute ein damaliges Mitglied der Chefredaktion.

Elmar Unland war neugierig, wollte mehr von der Welt erfahren: 1994 ging er als Korrespondent für die ARD nach Dresden. Schon 1979 hatte er als Mitglied der Katholischen Studentengemeinde München Kontakte zu christlichen Partnern in Sachsen aufgenommen, was prompt die Aufmerksamkeit der DDR-Staatssicherheit erregte und 1980 zu seiner vorübergehenden Festnahme führte. Seine Akte, so erfuhr Elmar Unland 1996, führte die Staatssicherheit unter dem Namen „Contra“.

Weil er als alleinerziehender Vater mehr Zeit für seine beiden Söhne haben wollte, zog er 2007 nach Heilberscheid, ein Dörfchen bei Montabaur im Westerwald, wo er von nun an freiberuflich arbeitete – als Journalist, Autor zahlreicher Bücher, als Kommunikationstrainer, Lehrbeauftragter und Verleger. Immer getreu seiner selbstgesteckten Lebensaufgabe, sich Wissen anzueignen, um es mit anderen zu teilen.

In seinem letzten Beitrag für die Frankfurter Rundschau wehrte sich Elmar Unland gegen drohende Einschränkungen der freien Berufswahl. „Denn“, so lautete der Schlusssatz, „Bildung ist kein Luxusgut, sondern ein Grundbedürfnis.“ (che)

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