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Nussbaums "Blick auf den Frankfurter Osthafen".

Jüdisches Museum in Frankfurt

Nachlass Jakob Nussbaums kehrt zurück

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Das Jüdische Museum in Frankfurt kann Werke des im Dritten Reich verfolgten Künstlers Jakob Nussbaum ankaufen. Eine Spendenaktion machte dies möglich.

Drei Jahrzehnte konnte der Maler Jakob Nussbaum in Frankfurt arbeiten. Zwischen 1902 und 1933 schuf der Impressionist zahlreiche Porträts, Stillleben und Landschaften. Im Jahr 1933 zwangen die Nationalsozialisten den Professor der Städelschule zur Emigration, der jüdische Künstler wanderte nach Palästina aus. Er starb 1936. Jetzt ist der künstlerische Nachlass im Umfang von 200 Arbeiten nach Frankfurt zurückgekehrt. Eine ungewöhnlich erfolgreiche Spendensammlung nach einem Aufruf der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums ermöglichte den Ankauf aus Familienbesitz.

„Dies ist ein überwältigender Erfolg, der unsere Erwartungen bei weitem übertroffen hat“, sagt Andreas von Schoeler, der Vorsitzende des Fördervereins und ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt. 300.000 Euro kamen zusammen. Es gab viele kleine und mittlere Spenden.

Mit Hilfe dieser Förderung konnte der künstlerische Nachlass sortiert und zum Jüdischen Museum transportiert werden. Hier steht nun die museologische Erfassung und Restaurierung der Werke an.

Unter den Moti

ven finden sich viele Frankfurter Stadtansichten, Landschaften in Taunus und Odenwald sowie Zeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Außerdem gibt es Selbstbildnisse und Porträts sowie Studienskizzen aus Cafés in Frankfurt und München im Nachlass. Ein Teil der Arbeiten wird künftig in der neuen Dauerausstellung des Jüdischen Museums zu sehen sein.

Zum dritten Mal hat die Bethe-Stiftung Bergisch Gladbach die Freunde und Förderer des Museums unterstützt. Bereits in den Jahren 2010 und 2012 war es dem Jüdischen Museum auf diese Weise und mit Hilfe der Spenden vieler Menschen gelungen, zwei Ölgemälde Jakob Nussbaums anzukaufen. Das Bild „Mainufer mit Blick auf die Alte Brücke“ stammt aus dem Jahr 1903, der „Frankfurter Osthafen“ aus dem Jahr 1926.

Diese Bilder sowie einen Teil des schriftlichen Nachlasses und Zeichnungen und Lithografien aus dem Ersten Weltkrieg zeigt das Jüdische Museum schon seit 19. März und noch bis zum 2. Dezember 2018 im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach.

Die Direktorin des Jüdischen Museums, Mirjam Wenzel, bedankte sich gemeinsam mit Andreas von Schoeler herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern.

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