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Nachhaltiger fliegen in Frankfurt

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Das Land Hessen nimmt ein Kompentenzzentrum für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr in Betrieb. Es soll vor allem die Herstellung synthetischen Kraftstoffs vorantreiben.

Wie lässt sich eine Pilotanlage für die Herstellung synthetischen Kerosins realisieren? Wie gewinnt man dafür Partner aus Wissenschaft, Luftverkehrsbranche, Industrie? Antworten darauf soll der Leiter des neuen „Kompetenzzentrum für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr“, Bernhard Dietrich, finden. Am Freitag stellte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) den 61 Jahre alten Diplom-Agrar- und Wirtschaftsingenieur vor. Dietrich war 25 Jahre für den Lufthansa-Konzern tätig. Er wird drei Mitarbeiter haben. Das Team soll Strategien entwickeln, wie der Einsatz alternativer Kraftstoffe vorangetrieben werden kann. Das Ziel sei, jenen Teil des Luftverkehrs CO2-neutraler zu gestalten, der nicht auf die Schiene verlagerbar ist, sagte Al-Wazir.

15 Millionen Euro will das Land in den nächsten Jahren in Projekte des im Koalitionsvertrag vereinbarten Kompetenzzentrums stecken. Die Notwendigkeit sei offensichtlich. „Wir brauchen mehr Klimaschutz im Verkehr“, sagte Al-Wazir. Anders als bei der Stromproduktion seien die CO2-Emissionen im Verkehrssektor konstant hoch. „Genau hier setzen wir mit dem neuen Kompetenzzentrum an.“

Die Pilotanlage für synthetischen Kraftstoff wird voraussichtlich in Nähe des Flughafens stehen. Das erspare lange Transportwege, sagte Dietrich, der keine zeitliche Prognose wagte. Als Standort für Großanlagen kämen eher jene Länder infrage, in denen erneuerbare Energien reichlich vorhanden seien. Er setzt da auf eine Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Eschborn (GIZ). Die Aufgabe sei „die ökologisch nachhaltige Gestaltung des Luftverkehrs, die Sicherstellung der führenden Position des Luftverkehrsstandorts Hessen sowie die Funktion des Impulsgebers für Innovationen im Luftverkehr“.

Eine untergeordnete Rolle wird in der Aufbauzeit der zweite Schwerpunkt des Kompetenzzentrums bilden. Hier geht es um den Lärmschutz an der Quelle. Um technische Möglichkeiten, die Flugzeuge nachzurüsten. Al-Wazir ist optimistisch, dass da noch Potenzial zu heben sei.

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