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Am Abend wird das Beleuchtungskonzept des Gebäudes deutlich. Frankfurt sollte kein zweites Las Vegas sein.
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Am Abend wird das Beleuchtungskonzept des Gebäudes deutlich. Frankfurt sollte kein zweites Las Vegas sein.

Frankfurt

Nachhaltig, obwohl es keinen juckte

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Die von Norman Forster entworfene Zentrale der Commerzbank setzte früh auf Zukunftsfähigkeit

Das höchste Gebäude der Stadt Frankfurt feiert „kleinen Geburtstag“, wie es Albert Reicherzer, Bereichsvorstand Services bei der Commerzbank, ausdrückt. Die ersten Mitarbeiter zogen am 16. Mai 1997 in das Hochhaus am Kaiserplatz. Der Weg dahin war langwierig und zu Beginn auch beschwerlich.

„Es ist mein Hochhaus“, sagt die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth auch heute noch. Das Konzept und die Umsetzung hatten sie in den 90er Jahren begeistert und tun es noch immer. Roth wurde 1994 von Martin Kohlhausen, dem damaligen Commerzbank-Chef, angerufen. Dieser unterbreitete ihr, dass er seine Zentrale von Düsseldorf nach Frankfurt verlegen wolle. „Dafür wollte er ein Hochhaus bauen“, sagt Roth.

Was einfach klang, stieß auf einige Hürden. Die maximale Bauhöhe war zu jener Zeit auf 220 Meter begrenzt. Die Bank wollte 259 Meter, aber Planungsdezernent Martin Wentz sagte Nein. Petra Roth beließ es nicht dabei, attackierte die Entscheidung auf einem CDU-Parteitag, und schließlich gelang die Einigung mit Wentz. Knapp drei Jahre dauerten die Bauarbeiten. Architekt Norman Forster hatte sich bei der Ausschreibung gegen den damals unbekannten Christoph Ingenhoven durchgesetzt.

Obwohl beide Ideen sehr ähnlich und gut waren, habe sich die Commerzbank für den erfahreneren Forster – den Wunschkandidaten – entschieden, so Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums. Ingenhoven nutzte seine Ideen beim Bau des RWE-Turms in Essen, der sogar deutlich früher fertiggestellt worden sei als das Frankfurter Projekt.

Dass der Bau des Hochhauses für die Stadt bedeutend war, steht für Cachola Schmal außer Frage: „So einen Entwurf hat es 20 Jahre nicht mehr gegeben.“ Aktuell erlebe Frankfurt aber wieder eine Zunahme bei den Bauprojekten – es entstehen so viele Hochhäuser wie lange nicht mehr. „Auf dem Deutsche-Bank-Areal soll ein Turm entstehen, der einen noch höheren Arbeitsplatz als 259 Meter haben soll“, sagt der Museumsdirektor. Dann wäre die Commerzbank den Titel los. „Aber unsere Falken geben wir nicht her“, erwidert Reicherzer und spielt damit auf das Wanderfalkenpaar an, das seit elf Jahren in luftiger Höhe brütet.

„Wir haben sehr früh das Thema Nachhaltigkeit realisiert. Damals war es noch nicht so beachtet, heute passt es perfekt in die Zeit“, erklärt Reicherzer. 80 Prozent des Gebäudes hätten keine Klimaanlage und funktionierten mit einem Wasser-Kühlsystem in der Decke. Das Wasser werde später etwa für die Toilettenspülung verwendet. Das Einbinden der Öffentlichkeit habe zudem die Ablehnung gegen Hochhäuser verringert, so Roth. Es gibt Apartments in den unteren Stockwerken, ein Auditorium, ein Parkhaus, eine öffentliche Kantine und die Möglichkeit für jedermann, das Gebäude als Abkürzung zu durchqueren.

Dabei lohnt in der Eingangshalle ein genauerer Blick. An der Wand hinter dem Empfang hängt ein über 16 Meter hohes Farbvlies. Künstler Thomas Emde gelang es, dieses Werk nur aus Farbe entstehen zu lassen. Statt einer Leinwand bildete ein kompakter Grund aus sich selbst tragender Farbe die Unterlage, die schließlich mit weiteren Farben verziert wurde. Je nach Betrachtungswinkel schimmert das Bild zwischen orange-gelb und violett-blau. Wer den Blick zur Decke richtet, kann durch den gläsernen Lichtkamin den Himmel erkennen.

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