Büromarkt

Nachfrage nach Büros in Frankfurt sinkt stark

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Der Boom auf dem Büromarkt scheint vorbei: Makler rechnen in der Corona-Krise mit zunehmendem Leerstand in Frankfurt.

In Frankfurt sind in den ersten drei Monaten des Jahres so wenig Büroflächen neu vermietet worden wie zuletzt 2013.

Der Flächenumsatz lag nach Zahlen des Maklerhauses Nai Apollo mit knapp 68 000 Quadratmetern fast 40 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre.

Dass die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer sich 14 600 Quadratmeter Fläche in der Projektentwicklung „Four“ sicherte und Google 4600 Quadratmeter im „Global Tower“ mietete, waren noch die größten Deals.

Und das erste Quartal könnte nach Ansicht von Konrad Kanzler, Head of Research bei Nai Apollo, angesichts der Corona-Pandemie sogar noch zu den umsatzstärkeren des Jahres gehören.

Schon jetzt versuchten Unternehmen, den Status quo zu halten, also in den derzeitigen Flächen zu bleiben, statt sich etwas Neues zu suchen, beobachtet er. Schon jetzt würden Anmietungen verschoben oder gänzlich abgesagt. Diese stark sinkende Nachfrage werde sich in einem – nach Jahren des stetigen Rückgangs – nun steigendem Leerstand niederschlagen.

Wie stark die Pandemie den Büromarkt Frankfurt treffe, sei noch nicht abzuschätzen, heißt es. Führe der Konjunktureinbruch aber zu einer negativen Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in Büros, werde das über das laufende Jahr hinaus Folgen haben, sagt Kanzler.

Bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY rechnet man auf Grundlage einer Befragung von Immobilieninvestoren bereits mit weitreichenden Folgen der Corona-Krise auf die Branche. Die Immobilienwirtschaft sei schließlich stark mit dem Finanzsystem und der Wirtschaft verwoben.

Dabei halten die Befragten die Auswirkungen auf den Logistik- und Wohnimmobilienbereich noch für am geringsten. Zwar rechnen 34 Prozent inzwischen mit nun sinkenden Preisen für Wohnimmobilien. Immerhin die Hälfte geht aber davon aus, dass das Preisniveau auf sehr hohem Niveau stagniert.

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