So soll es wieder werden: friedlich feiern unter den Augen der Polizei.  
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So soll es wieder werden: friedlich feiern unter den Augen der Polizei.

Party

Nach Randalen in Frankfurt: Opernplatz im Flutlicht

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Polizei sperrt den Platz am Freitag und Samstag ab Mitternacht ab. Nach ein Uhr darf sich niemand mehr dort aufhalten.

Nach den schweren Randalen auf dem Frankfurter Opernplatz in der Nacht zum Sonntag – mit Flaschenwürfen auf Polizisten und fünf verletzten Beamten – haben die Stadt und die Polizei ihr Sicherheitskonzept vorgestellt. Eine neue Allgemeinverfügung sieht vor, dass der Opernplatz am Freitag und Samstag nach Mitternacht nicht mehr betreten werden darf. Die Verfügung gilt zunächst bis zum 6. September.

Die Feiernden, am Samstag waren es bis zu 3000, sollen den Platz ab Mitternacht verlassen. Dazu wird die Polizei ihn mit Lichtmasten in Flutlicht tauchen. Außerdem sieht sie Lautsprecherdurchsagen vor. Das Betretungsverbot gilt von Mitternacht bis ein Uhr, Passanten müssen den Platz in dieser Zeit umgehen. Der Zugang zur U-Bahn-Station Alte Oper bleibt geöffnet. Von Mitternacht an fahren die ersten Kehrmaschinen der FES, um den Müll einzusammeln.

Tatverdächtige

Die meisten der 39 Menschen , welche verdächtigt werden, in der Nacht auf Sonntag auf dem Opernplatz randaliert zu haben, sind Deutsche. 27 von 39 Personen hätten einen deutschen Pass, sagte der Frankfurter Polizei-Vizepräsident Walter Seubert der FR. Zwölf Personen seien keine deutschen Staatsbürger.

Von vielen der 27 deutschen Tatverdächtige stamme allerdings ein Elternteil nicht aus Deutschland, weshalb der Begriff eines vorhandenen „Migrationshintergrundes“ angemessen sei, sagte Seubert. fle

Von ein Uhr bis fünf Uhr gilt das Aufenthaltsverbot. In dieser Zeit darf sich – abgesehen von Polizei, Feuerwehr, Straßenreinigung – niemand mehr auf dem Opernplatz aufhalten. Das Aufenthaltsverbot will die Polizei mit „einer starken Präsenz“ durchsetzen, kündigte ihr Vizepräsident Walter Seubert an.

Am vergangenen Sonntagmorgen gegen drei Uhr hatten Hunderte Menschen gegrölt und gejubelt, als Beamte mit Flaschen beworfen worden waren. 39 Personen wurden vorübergehend verhaftet, 30 von ihnen stammen nicht aus Frankfurt. Gegen acht laufen Ermittlungen mit Verdacht auf Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung. „Wir wollen, dass die Menschen sich weiterhin unter freiem Himmel treffen können“, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). Eine Schließung weiterer Plätze sei nicht geplant. Einen „Krawalltourismus“ nach Frankfurt werde die Stadt aber nicht dulden.

Polizeivizepräsident Seubert kündigte Alkohol- und Fahrzeugkontrollen rund um den Opernplatz an. Gegen die 30 Personen, die nicht aus Frankfurt stammten und der Randale verdächtigt würden, seien Aufenthaltsverbotsverfügungen verhängt worden. Falls sie am Wochenende zwischen 18 und 6 Uhr auf dem Opernplatz angetroffen würden, wären Platzverweise und bis zu 1000 Euro Zwangsgeld die Folge.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) kündigte eine Kooperation der Stadt mit Clubbetreibern an, um Freiluftpartys veranstalten zu können. Denkbare Orte seien Sportplätze, Schwimmbäder und Grünflächen – nicht aber das Mainufer. In diesem „Schlauch“ ließen sich die Abstandsgebote nicht einhalten. Ein differenziertes Hygiene- und Sicherheitskonzept werde erarbeitet, sagte sie.

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