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Vor dem Velvet-Club kam es zum Messerangriff.

Silvesternacht

Nach Messerangriff in Frankfurter Club sitzt Verdächtiger in U-Haft

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Kurz nach Mitternacht werden am Mittwoch vier Türsteher mit einem Messer verletzt. Frankfurter Clubbetreiber und der Oberstaatsanwalt sehen keine Zunahme der Gewalt.

Nach einem Messerangriff vor dem Club Velvet in der Frankfurter Innenstadt sitzt ein 18-Jähriger in Untersuchungshaft. Wie eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag mitteilte, wurde gegen zwei weitere Verdächtige kein Haftbefehl erlassen. Laut Oberstaatsanwalt Noah Krüger soll nun geklärt werden, ob ein Tötungsvorsatz vorlag. Bei der Tatwaffe handele es sich um ein Klappmesser mit elf Zentimeter langer Klinge.

Der Verdächtige habe in der Silvesternacht insgesamt vier Türsteher angegriffen, nachdem er am Einlass abgewiesen worden sei, teilte der Oberstaatsanwalt der Frankfurter Rundschau am Donnerstag mit. Ursprünglich war von drei Türstehern die Rede gewesen.

Die Auseinandersetzung ereignete sich am Mittwochmorgen gegen 2.50 Uhr. Dabei habe der 18-Jährige zunächst einen Türsteher am Bauch getroffen, dann einem zweiten eine lebensgefährliche Stichwunde an der Brust zugefügt. Einen dritten habe er am Bein verletzt. Daraufhin habe der Angreifer die Flucht ergriffen. Als das Sicherheitspersonal versucht habe, ihn daran zu hindern, habe der 18-Jährige auch einen dazugeeilten vierten Türsteher an der Brust verletzt. Danach sei es den Männern gelungen, den Angreifer bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

Das am schwersten verletzte Opfer schwebt laut Oberstaatsanwalt Krüger nicht mehr in Lebensgefahr, auch weil der Notarzt schnell genug eintraf. Trotz des Falles sieht er im Nachtleben „eine Reduktion der Gewalt“. Erklärbar sei dies unter anderem mit dem Clubsterben in Frankfurt. Er sagt aber auch: „Es ist und bleibt ein gefährlicher Sektor.“ Das hänge zum einem mit dem jungen, zumeist männlichen Publikum zusammen, zum anderen mit dem Sicherheitspersonal. Letzteres, sagt Krüger, sei teils „gewaltaffin und kampfsporttrainiert“. Der überwiegende Teil sei allerdings immer besser geschult, Situationen deeskalieren zu lassen.

Matthias Morgenstern vom Verein „Clubs am Main“ schätzt die Lage ähnlich ein: „Eine Zunahme von Gewalttaten in den letzten Jahren, quantitativ wie qualitativ, kann aus unserer Sicht nicht bestätigt werden.“

Madjid Djamegari betreibt seit mehr als sieben Jahren den „Gibson“-Club auf der Zeil. In seinen Augen ist die Gewalt in dieser Zeit nicht stärker geworden. „Bei der Vielzahl der Veranstaltungen ist es relativ wenig, was passiert“, sagt Djamegari am Donnerstag der FR. Im „Gibson“ werde jede Person kontrolliert. Es gebe auch Metalldetektoren. Doch diese könnten nur stichprobenartig eingesetzt werden, sagt Djamegari: „Schlangen wie am Flughafen können wir uns nicht leisten.“

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