1. Startseite
  2. Frankfurt

Mutter und Tochter zurück in Frankfurt

Erstellt:

Von: Steven Micksch

Kommentare

Die in Afrika festsitzende alleinerziehende Mutter hat für ihr Kind doch noch ein Visum bekommen. Aber die Kosten der bürokratischen Odyssee bleiben ein Problem.

Die aus Afrika stammende Mutter, deren dort neugeborene Tochter von den deutschen Behörden nach eigenen Angaben wegen eines Rechtsanwendungsfehlers kein Visum erhalten hatte, ist mittlerweile zurück in ihrer Wahlheimat Frankfurt. Die FR hatte Mitte Dezember über den Fall berichtet.

„Wie sind am 4. Januar angekommen“, sagt Mary Chanda, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will, im Telefonat mit der FR. Ihr Anwalt hatte im Dezember einen Eilrechtsantrag gestellt, weil Chanda bis spätestens 10. Januar wieder in Deutschland sein musste, um ihren Aufenthaltstitel nicht zu verlieren.

Als im Zuge dessen endlich festgestellt worden sei, dass die Aufenthaltsgenehmigung der Frankfurterin noch gültig ist, signalisierte das Auswärtige Amt seine Absicht, das Visum für die Tochter zu erteilen.

Die Ausländerbehörde in Frankfurt sagte „kurz vor Fristende“ auch die Genehmigung zu und schlug eine gütliche Einigung statt eines Prozesses vor. „Sie wollten nicht zugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben.“ Weil Eile geboten war, zog Chanda den Eilantrag zurück und erhielt zwischen den Jahren das Visum.

„Es ist stressig für mich“

Aber ein Happy End ist es für die alleinerziehende Mutter noch nicht. Sie droht, auf den Anwalts- und Verfahrenskosten sitzen zu bleiben. „Eine vierstellige Summe“, wie sie sagt. Durch den Rechtsanwendungsfehler liege die Schuld aber gar nicht bei ihr. Die Ausländerbehörde verweist in dem Fall auf den Datenschutz und möchte sich dazu nicht äußern.

Auch die rechtliche Prüfung, ob sie Eltern- und Kindergeld erhalten wird, steht noch aus. „Es ist nach wie vor stressig für mich.“ Die Caritas helfe ihr jedoch bei den Anträgen.

Nach dem ersten Zeitungsbericht im Dezember hatten sich Leserinnen und Leser gemeldet, die gern helfen wollten oder Anlaufstellen für Hilfsangebote nannten. Die Mutter ist froh über die Anteilnahme und bedankt sich dafür. „Es ist schön, dass mein Fall den Menschen nicht egal ist.“

Auch interessant

Kommentare