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Die korrekte Orthografie erfordert Konzentration. 

Bildung

Mutter gewinnt Rechtschreib-Wettbewerb von Schulen in Frankfurt

Die Schüler machen beim Rechtschreib-Wettbewerb in Frankfurt im Schnitt 17 Fehler, die Mutter zwei. Das bundesweite Finale findet im Juni statt.

Kugelschreiber klicken, Klemmbretter sowie Papier liegen bereit und 150 konzentrierte Eltern, Lehrer und Schüler von 15 Frankfurter Schulen sitzen in der Aula der Schillerschule. Die Schüler sind nervös, obwohl es keine Noten auf das bevorstehende Diktat des Rechtschreibwettbewerbs gibt.

Das Diktat über die Dippemess besteht aus 1500 Zeichen, bei dem jedes vierte Wort eine orthografische Hürde darstellt. Die Teilnehmenden müssen es mit möglichst wenig Fehlern schreiben, um sich „Frankfurter Rechtschreibchampion 2020“ nennen zu dürfen. Auch Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) stellte sich dem Diktattext.

„Das Schreiben ist neben dem Lesen eine andere Kunst“, sagt Roland Kaehlbrandt, Stiftungsvorsitzender der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt, die den Wettbewerb „Frankfurt schreibt!“ seit 2012 veranstaltet. „Sehr besonders an der deutschen Sprache ist, dass wir Groß- und Kleinschreibung haben“, sagt er. Später sollte sich herausstellen, dass eine viel größere Schwierigkeit die Frage war, wann Bindestriche gesetzt werden.

Gewinner

Unter den Schülernschnitt Abel Muñoz Röcken vom Heinrich-von-Gagern-Gymnasium mit sechs Fehlern am besten ab. Durchschnittlich machten die Schüler 17 Fehler pro Diktattext.

Die Lehrkräftemachten durchschnittlich 9,5 Fehler. Erstplatzierte wurde Deutschlehrerin Andrea Jensen von der Ziehenschule mit drei Fehlern.

Gesamtsieger istJulia Breitenöder geworden. Die Mutter trat für die Ziehenschule an und schrieb nur zwei Wörter falsch. Die Eltern machten im Durchschnitt 10,5 Fehler pro Text.

Der Gesamtdurchschnittliegt bei zwölf Fehlern je Diktat.

Das bundesweite Finaleist am 16. Juni.

Das Diktat trug den Titel „Jedes Dippsche find sei Deckelsche“ und handelte von dem Rummelbesuch und dem ersten Date zweier Jugendlicher, die Karussell fuhren und Lose kauften. Den Text, der bis auf die Überschrift nicht auf Hessisch war, las Volker Northoff, überregionaler Vorjahressieger der Eltern. „Beim Vorlesen muss man sich genauso sehr konzentrieren wie beim Schreiben des Diktats“, sagt er.

Nach dem Diktat sahen alle Teilnehmenden den Text an der Leinwand und korrigierten mit einem anderen Stift ihre Fehler. Die besten Texte gingen an die 18-köpfige Jury unter dem Vorsitz der Lektorin Andrea Wicke. Außer den Bindestrichen der „Berg-und-Tal-Bahn“ fiel es den Teilnehmenden schwer, die richtige Schreibweise von nicht alltäglich verwendeten Worten zu finden, wie „schwuppdiwupp“, „ad hoc“ oder „Avancen machen“.

Als die Teilnehmenden die richtigen Schreibweisen sahen, gab es sowohl Ausrufe der Freude, den Satz fehlerfrei geschrieben zu haben, als auch enttäuschte Mienen. Sehr geärgert haben sich Eltern, die Worte „verschlimmbessert“ haben, als sie zu lange über die Schreibweise nachdachten und das Wort falsch „verbesserten“.

Dezernentin Weber ist seit der Rechtschreibreform bei manchen Schreibweisen unsicher. „Die deutsche Sprache hat eine große Bedeutung als Bildungssprache und für den Erfolg im Leben. In Frankfurt haben wir über 200 Sprachen. Daher meinen wir mit Sprachförderung auch immer Bilingualität“, sagt Weber.

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