Frankfurt

Mutmaßlicher Brandstifter in Haft

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46-Jähriger soll auch für Feuer an mehreren linken Zentren verantwortlich zeichnen. 

Die Polizei hat einen 46 Jahre alten Mann festgenommen, der im Verdacht steht, eine ganze Reihe von Brandstiftungen im Frankfurter Stadtgebiet begangen zu haben. Er wird verdächtigt, allein von September dieses Jahres bis jetzt 19 Feuer gelegt zu haben. Zusätzliche Brisanz erhält die Festnahme dadurch, dass es sich um denselben Mann handelt, der im Verdacht steht, zwischen September 2018 und Juli 2019 Brände in 13 linken Wohnprojekten und Kulturzentren gelegt zu haben.

Die Tatsache, dass der Verdächtige bislang auf freiem Fuß war, erklärten die Staatsanwaltschaften von Frankfurt und Hanau damit, dass keine ausreichenden Gründe für eine Untersuchungshaft vorlägen. Das hat sich nun geändert.

Laut Frankfurter Staatsanwaltschaft haben sich die jüngsten Vorfälle am vergangenen Sonntag zugetragen. Erst habe der Mann versucht, eine Scheune mit Hilfe eines angezündeten Zigarettenpäckchens abzufackeln. Kurz darauf habe er einen Sonnenschirm angezündet – nur die rechtzeitige Entdeckung des Brandes habe verhindert, dass dieser auf ein angrenzendes Wohnhaus habe übergreifen können. Am Abend habe der Täter dann noch Feuer an einen Motorroller gelegt und versucht, ein weiteres Wohnhaus anzuzünden, so dass mittlerweile aus Sicht der Staatsanwaltschaft alleine schon wegen der Wiederholungsgefahr die Gründe für eine Untersuchungshaft ausreichten. In selbiger befindet sich der 46-Jährige nun – er wurde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Für eine Wiederholungsgefahr spricht wohl auch, dass gegen den Mann ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf 15, zum Teil schwere Brandstiftungen anhängig ist. Nach Informationen der Hessenschau war der Man zudem im Juli und im Oktober dieses Jahres in unmittelbarer Näher vermutlich gelegter Brände entdeckt und festgenommen – und dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Ende Dezember 2018 war der Verdächtige in Hanau unmittelbar nach einer weiteren mutmaßlichen Brandstiftung von Nutzern des Kulturzentrums Metzgerstraße gestellt und der Polizei übergeben worden. Weitere mutmaßliche Ziele waren zuvor gewesen: das Wohnprojekt Knotenpunkt Schwalbach (200 000 Euro Schaden), mehrere Brände im Autonomen Zentrum „Au“ und im alternativen Wohnprojekt „Assenland“ in Rödelheim, zwei Brände im alternativen Kulturzentrum „Exzess“ in Bockenheim sowie der Brand eines Bauwagens auf dem Gelände des alternativen Wohnprojekts Schwarze 79 in Hanau.

Dies ist auch der Grund, warum bei den Staatsanwaltschaften in Frankfurt und Hanau die politische Abteilung ermittelt. Die jüngsten Anschlagsziele aber gelten als absolut.

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