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„Mut fördern“ macht an der Frankfurter Konstablerwache Station

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Die Mut-Tour macht Station in Frankfurt. Radfahrende klären über Depressionen auf. Monika Müller
Die Mut-Tour macht Station in Frankfurt. Radfahrende klären über Depressionen auf. Monika Müller © Monika Müller

Die Tour des Vereins soll helfen, das Thema Depressionen aus der Tabu-Zone holen. In Deutschland erkranken im Laufe eines Jahres 5,3 Millionen Menschen daran. Von Levin Horst.

Zwischen Gemüse und Brot konnte man am Donnerstag auf dem Erzeugermarkt an der Konstablerwache eine Besonderheit entdecken: eine Fahrradgruppe und einen Stand, an dem Menschen über Depressionen sprechen. Ein Verein möchte mehr Mut machen im Umgang mit psychischen Erkrankungen. Was steckt hinter dieser Aktion?

Der Verein „Mut fördern“ radelt seit 2012 auf Tandems mit seinem Projekt „Mut-Tour“ jedes Jahr durch ganz Deutschland, um betroffene Menschen zu treffen und mit ihnen zu sprechen. Für dieses Jahr seien 4250 Kilometer geplant. Halt haben die Radelnden gestern an der Konstablerwache gemacht. Mit Hilfe von Stadt und Ämtern soll in deutschen Städten auf das tabuisierte Thema Depressionen aufmerksam gemacht werden.

In Deutschland erkranken im Laufe eines Jahres 5,3 Millionen Menschen an einer Depression, und es sterben jedes Jahr etwa 10 000 Menschen durch Suizid. Die Zahl der Suizidversuche liegt um ein Vielfaches höher. Fakten, die vielen Menschen nicht bewusst sind.

Die „Mut-Tour“ soll Aufklärung und Hilfe bieten. „Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Sie ist behandelbar. Ein offenes Miteinander hilft allen“, sagt der Verein. Das ebenfalls vor Ort gewesene Gesundheitsamt setzt vor allem auf Entstigmatisierung, auf Prävention und auf Bildung. „Das meiste muss man jedoch selber leisten“, sagt Horst Harich, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen.

Man versuche daher vor allem, die Betroffenen zu motivieren, etwas gegen ihre Depressionen zu tun, sich Hilfe zu suchen. Alle haben die Möglichkeit, den Verein auf dem Fahrrad zu begleiten, Wandergruppen gebe es auch. „Es gibt viele Bausteine bei einer Therapie, Sport ist einer davon“, ergänzt Harich.

Auch Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) ließ sich die Aktion nicht entgehen und begrüßte gestern die Radfahrer:innen. „Es ist ein mutiges, tolles Zeichen, für solch ein tabuisiertes Thema zu stehen und darüber zu sprechen.“ Und er fügte hinzu: „Das fällt den Menschen nicht leicht.“

Johanna Roth, ein Mitglied des Vereins, die selbst unter Depressionen litt, ist überzeugt, „je mehr die Menschen darüber wissen, desto offener werden sie im Umgang mit Depressionen“. Mit seiner Öffentlichkeitsarbeit erreiche die „Mut-Tour“ jedes Jahr Millionen Menschen, teilt der Verein mit. „Es geht auch darum, etwas Positives zu machen“, sagt Roth.

Eine ausführliche Übersicht über lokale Hilfsangebote mit Kontaktadressen und Telefonnummern gibt’s im Internet: www.frans-hilft.de/hilfe-finden

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