Adornoschülerinnen und -schüler kreisen mit den Fingernägeln auf Musikinstrumenten, um Klänge der Natur zu erzeugen. c. Boeckheler
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Adornoschülerinnen und -schüler kreisen mit den Fingernägeln auf Musikinstrumenten, um Klänge der Natur zu erzeugen.

Schulprojekt Response

Musikprojekt „Response“: Der Körper ist das Instrument

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Schülerinnen und Schüler des Adorno-Gymnasiums nähern sich im Projekt „Response“ zeitgenössischer Musik. So wie 22 andere Schulen in Hessen und Thüringen.

Es tropft im Adorno-Gymnasium. Mal leiser, mal lauter. Mal langsamer, mal schneller. Doch das neue Gebäude des Gymnasiums im Westend ist nicht etwa undicht. Was sich am Dienstagmorgen nach Regentropfen anhört, erzeugen die Schülerinnen und Schüler der 6b selber. Sie schnalzen mit der Zunge. Dann kommt Wind hinzu, als sie mit dem Mund Luft auspusten. Ein rauschender Bach entsteht klanglich: Auf Trommeln und anderen Musikinstrumenten kreisen und schaben sie mit ihren Händen und Fingernägeln

Response

Am Schulprojekt„Response“ nehmen dieses Jahr 19 Schulen aus Hessen, vier aus Thüringen teil. Aus Frankfurt ist das Adorno, die Elisabethenschule und die Heinricht-Seliger-Schule dabei.

Unterstützungerhält das Projekt von: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, con moto Foundation, Stiftung Sparkasse Hanau, Inner Wheel Club und Dr. Bergmann Stiftung.

Unter dem Motto „Naturklänge – Klänge der Natur“ nimmt das Adorno-Gymnasium seit November am Musikprojekt „Response“ teil. So wie 22 andere Schulen aus Hessen und Thüringen. In dem Projekt geht es „um Neue Musik, die in der breiten Masse einen geringen Platz hat“, sagte Ernst August Klötzke, Projektverantwortlicher bei der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK). Sie solle sanft bei den Schülern „hineingepflanzt“ werden. Sie bekämen im Projekt die Möglichkeit, „Dinge anders zu hören und in einem kreativen Prozess darauf zu reagieren“. Denn auf zeitgenössische Werke könnten sie mit eigenen Improvisationen antworten.

Das Response-Projekt wird vom hessischen Kultusministerium gefördert und existiert seit 1990. Träger ist die HfMDK, sie entsendet Musiker an die Schulen, die in fünf Doppelstunden im Unterricht mit den Schülern arbeiten. Im März führen alle eine Komposition in der Alten Oper auf. Für Marcus Kauer, Referatsleiter im hessischen Kultusministerium, ist das Projekt besonders, weil sich die Schüler selbst als „Klanggestalten entdecken“. Denn ihr Körper ist ihr Instrument. „Im Gegensatz zu anderen Programmen sind keine Vorkenntnisse nötig“, sagte Kauer. „Kinder, die teilweise nie eine Erfahrung mit Musik gemacht hatten, wird die Welt der Musik eröffnet.“ Aber auch Kindern, die Erfahrung haben, eröffnen sich neue Sichtweisen. So wie Elena, die seit acht Jahren Klavier spielt. „Ich fand Musikunterricht in der Schule immer langweilig, für mich war alles schon da“, sagte sie. Aber das Projekt habe nun Freude daran geweckt. Für Klassenkameradin Sümeye ist das Projekt toll, „weil ich da keine komplizierten Sachen machen muss – es macht einfach nur Spaß“.

Das Projekt wird erstmals wissenschaftlich begleitet. „Um Erkenntnisse zu gewinnen, wie wir es weiterentwickeln können“, sagte Klötzke. Schüler veränderten sich, das müsse Response dann auch tun. So wäre für die Erwachsenen das Motto Naturklänge ein unverfängliches Thema gewesen. Man sei über die Beiträge der Schüler überrascht gewesen. Natur werde nicht mehr unkritisch gesehen. Der menschliche Umgang mit der Natur sei Thema gewesen und in die Stücke eingeflossen. Das zeige, sagte Klötzke, man könne sich musikalisch ausdrücken, um eine große Sicht der Dinge zu verankern.

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