Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Opernplatz ist festlich beleuchtet. Rolf Oeser
+
Der Opernplatz ist festlich beleuchtet. Rolf Oeser

Feier

Musik und Tanz zu Chanukka

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
    schließen

Etwa 500 Menschen feiern auf dem Opernplatz das jüdische Lichterfest.

Bei Nieselregen und nasskalten Temperaturen, knapp über dem Gefrierpunkt, feiern am Sonntagnachmittag und frühen Abend rund 500 Menschen auf dem Opernplatz das jüdische Lichterfest Chanukka. Zum 29. Mal wird es vor der Alten Oper veranstaltet. Als nach Einbruch der Dunkelheit die erste Kerze des neunarmigen Leuchters brennt, der mehrere Meter hoch vor dem Opernbrunnen aufgebaut wurde, hat zumindest der Regen aufgehört.

Es wird im Kreis getanzt und gesungen. Kinder und Erwachsene blicken nach oben, wo die beiden Rabbiner der ausrichtenden Chabad-Gemeinde von einer Hebebühne aus die Kerzen entzündet haben. Es sind zwei Lichter zu sehen, weil eines der beiden als „Dienerkerze“ in der Mitte genutzt wird, um damit an den kommenden Abenden alle übrigen Kerzen zu entfachen. Auf einer Leinwand wird die Zeremonie übertragen. Ein DJ spielt davor und danach moderne Tanzmusik, gemischt mit traditionellen Klängen, und dreht dabei die Boxen ordentlich auf. Passantinnen und Passanten, die in der Dunkelheit vorbei laufen, schauen neugierig, was dort am Opernplatz vor sich geht.

Einer der beiden Rabbiner, Zalman Gurevitch, sagt: „Die Stärke und Energie von Chanukka sollten wir im ganzen nächsten Jahr mitnehmen“. Er fordert die Anwesenden auf, den Fokus weniger auf Beruf und Karriere, als vielmehr auf die Familie zu legen.

Schlimme Herausforderungen wie Corona könnten nur gemeinsam überwunden werden. Sein Kollege, Moshe Mendelson, sagt: „Wir leben in dunklen Zeiten und die ganze Welt macht etwas durch, aber die Leute sehnen sich nach Wärme“. Das Lichterfest stehe für die Verbindung unter den Menschen.

Erstmals gibt es einen so genannten „Chanukka-Markt“. An Pavillon links und rechts der Bühne wird neben Sufganiot (Kreppel) und Latkes (Kartoffelpuffer) allerlei buntes Plastik-Spielzeug, Becher, Servietten und Deko-Artikel mit dem neunarmigen Kerzenleuchter als Chanukka-Symbol angeboten. „Für einen Juden gehört das Lichterfest einfach dazu“, sagt Alfred Gerczikow.

Der Frankfurter komme mit seiner Familie seit Beginn alljährlich für Chanukka zum Opernplatz. Nur einige Male hätten sie das Fest verpasst. Vom Wetter ließen sie sich nicht abschrecken. Für den 66-Jährigen ist es wichtig, das Fest „sichtbar zu machen“ und zentral in der Stadt zu begehen. Er verbinde es mit der „Hoffnung auf eine bessere Welt“.

Die Covid-19-Pandemie sei für Gerczikow auch kein Grund das Fest ausfallen zu lassen. „Meine Frau und ich sind dreifach geimpft und alle halten Abstand“, sagt er. Die meisten Teilnehmenden tragen Mund-Nasen-Bedeckung. An die Maskenpflicht während der Veranstaltung wird von einem Sprecher mehrmals erinnert.

Auch Katja Golman und ihr Sohn Jonathan, die beim Kerzen entzünden ganz vorne stehen, halten sich daran. Der Neunjährige zeigt nach oben, als das erste Licht brennt. Dann beginnt er zu hüpfen und zu tanzen. „Das Fest schafft eine besondere Verbindung“, sagt Katja Golman.

Die 40-Jährige, die vor sieben Jahren mit ihrer Familie aus der Nähe von Tel Aviv an den Main gezogen ist, fügt hinzu, dass sie das Zusammengehörigkeitsgefühl an Chanukka besonders schätze. In den nächsten acht Tagen wollen die Golmans auch ihre Chanukkia, einen kleinen Kerzenleuchter, in einem Fenster ihrer Wohnung, an jedem Abend ein bisschen mehr zum Leuchten bringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare