RÖMERBRIEFE

Musik liegt in der Luft

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    Georg Leppert
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Wir werden jünger, dynamischer und frischer und werfen die Jukebox an. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Erst einmal brauchen wir eine passende App.

Göpfert: Und wir müssen uns auf ein Passwort einigen.

Leppert: SchwarzGrünTutFrankfurtGut?

Göpfert: BäppiHatUnsLieb?

In diesen verrückten Tagen und Wochen müssen auch wir neue Wege gehen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Wir bereiten unsere erste Videokonferenz vor.

Dabei nehmen wir uns die Grünen zum Vorbild. Die hatten für gestern zu später Stunde zur Mitgliederversammlung per Videochat eingeladen. Wir würden Ihnen jetzt gerne erzählen, dass Daniel Cohn-Bendit plötzlich auf dem Laptop erschien und seine Kandidatur für die OB-Wahl 2024 verkündete, woraufhin der Landtagsabgeordnete und Sportsakko-Ultra Marcus Bocklet sagte, unter Dany werde er gerne als Sportdezernent arbeiten, aber nur wenn die Eintrittskarten für die städtische Loge im Waldstadion umgewandelt würden in Stehplatztickets für die Eintracht-Kurve. Aber das wäre frei erfunden, eine Stilform, die uns völlig fremd ist. Tatsächlich begann die Mitgliederversammlung erst nach Redaktionsschluss der Römerbriefe.

Aber wenn die Grünen ein solches Treffen virtuell abhalten können, ergeben sich doch auch für die Stadtverordnetenversammlung ganz neue Möglichkeiten. Mal ehrlich, dass da am 7. Mai wieder nur 21 Politikerinnen und Politiker zusammenkommen, ist doch suboptimal. Dann doch lieber eine Videorunde mit allen 93 „Stadtvertrockneten“ (O-Ton Bernhard Ochs). Wie das wohl ablaufen könnte …

Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU): „So, Leute, jetzt hört mir doch mal zu, und der Martin Kliehm macht sofort das Lied ,Niemand muss Bulle sein’ aus, das im Hintergrund bei ihm läuft.“

Jutta Ditfurth (Ökolinx): „Wieso ist mein Bild unschärfer und wieso klingt meine Stimme verzerrter als bei den anderen?“

Siegler: „Sie sind keine Fraktion und müssen deshalb auch im Videochat Nachteile haben.“

Horst Reschke (AfD): „Da, da, sofort Großaufnahme auf Nico Wehnemann, der sitzt da vor einem Transparent, auf dem steht FCK AFD.“

Uli Baier (Grüne): „Was ist mit dem FCK?“

Ursula auf der Heide (Grüne): „Nur die SGE!“

Siegler: „So, Fragestunde, Frau auf der Heide bitte.“

Auf der Heide: „Ich frage den Magistrat: Frau Heilig, warum sind Sie so eine verdammt gute Umweltdezernentin?“

Rosemarie Heilig (Grüne): „Ich bin im Herzen eine Friday-for-Future …, wieso ist der Manfred Zieran nicht mehr zu sehen?“

Ditfurth: „Liegt unterm Tisch vor Lachen.“

Siegler: „So, erster Tagesordnungspunkt: Bühnen. Herr Popp.“

Sebastian Popp (Grüne): „Meine Damen und Herren, lassen Sie uns groß denken …, wieso wedelt der Kämmerer mit einem 20-Euro-Schein?“

Uwe Becker (CDU): „Das ist die Gewerbesteuer, die wir in diesem Jahr noch erwarten.“

Und so haben unsere Politikerinnen und Politiker Spaß, bis sie die Nachricht bekommen, dass bei den Presseleuten der Stream hängt. Dann hören alle auf zu diskutieren und Nico Wehnemann lädt die ganze Belegschaft in die geschlossene Biertonne ein.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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